Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Sechzehntes Buch.

Vom Einbruch der Langobarden bis zurKaiserkrönung Karls 568 bis 800.

Kapitel I.

Die Langobarden bis 590.

i.

m Jahre 568, am ersten April, erschien in Norditalien ,von den harnischen Alpen herabsteigend, der Lango-bardenkönig Alboin , an der Spitze eines mächtigenHeerbannes der Langobarden, mit Anschluß vonMassen verschiedener germanischer Stämme, Gepiden, Sachsen,Sueven, getrieben von dem Verlangen, die norditalische Ebenezu erobern, welche nach diesem Volke noch heute die lombardi-sche Ebene genannt wird.

Die Vorgeschichte der Langobarden, ihre Ansiedlungen ander Unterelbe und an der Ostsee, ihre Wanderung zur Donau ,ihre Siedelung an deren linkem Ufer zwischen Drave und Save,ihre Lieferung von Hilfstruppen für Justinian , haben wir hiernicht darzustellen.*)

Verschieden in fast jeder Hinsicht von den vor 75 Jahrenauf demselben Wege erfolgten Einmarsch des Gotenkö-nigs Theodorich, kam der Langobarde Alboin ohne jeden Vor-wand,**) schlechterdings als Eroberer, und zwar als ein solcherdes größten Ausmaßes.

*) Die nachstehende Darstellung stützt sich vorzugsweise auf Ludo MoritzHartmann, Römer und Langobarden bis zur Teilung Italiens, Leipzig 1900.

**) Die Annahme, daß Narses der rachsüchtige Urheber des Einzugesder Langobarden in Italien sei, hält der ernsten historischen Kritik nicht Stand.S. Hartmann in dem angeführten Werk S. 33.