Die Langobarden bis 590
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hatten die Weiber und die Greise diese Geschäfte besorgt, spätermußten die unterworfenen Völker als Knechte und Hörige dieseArbeit für sie tun. Die Bevorzugung der Viehzucht, besondersder Pferdezucht, sowie der Jagd behielten die Langobarden auchin Italien bei. Das Roß, als edles Schlachtpferd, war rechtlichbesonders geschützt.
Die überlieferte Ordnung der Langobarden war eine reineHeeresverfassung, mit strenger und in allen Einzelheiten durch-geführter Ordnung.
Unter dem langobardischen König standen Herzoge,*) ,,du-ces“, welche größere Heeresteile und die von solchen besetztenGebiete befehligten.
III.
Auf der Südseite des Gebirges in Italien angelangt, überzogKönig Alboin zunächst Venetien und dann die ganze Ebene, biser vor Pavia anlangte, der einzigen ernstlich verteidigten Stadt.
Pavia aber mußte er drei Jahre lang belagern. Nur durchHunger konnte er es endlich bezwingen.
Alboin machte Pavia zur Hauptstadt seines neuen Reiches.
Im Jahre 573 wurde Alboin auf Anstiften und mit Hülfe sei-nes Weibes Rosimund (Rosamunde ) in seinm Bett ermordet.
Nach Alboins Tode wählten die Langobarden einen ihrerEdlen, Cleph, zum König. Unter diesem wurden die Eroberun-gen bis in den Süden des Landes ausgedehnt. Von diesem wirdberichtet, daß er die großen römischen Landbesitzer verfolgte,sie vertrieb oder umbrachte.
Nach anderthalbjähriger Regierung wurde auch König Clephumgebracht (von einem Diener erschlagen).
Nunmehr erhoben sich langobardische Herzoge, 36 an derZahl, und hintertrieben die Wahl eines neuen Herrschers.
*) L. M. Hartmann: „Wie diese Anführer in langobardischer Sprachebenannt wurden, das wissen wir nicht. Der lateinische Ausdruck dux, denwir mit Herzog zu übersetzen pflegen, erschien wohl schon wegen seinerDoppeldeutung als der geeignetste.“