Die Langobarden bis 590
649
Die größeren Städte wie Rom und Neapel usw., wurden unterOberaufsicht des Exarchen von Unterbeamten verwaltet.
Diese „Duces“ hatten des Kriegszustandes wegen eine ziem-liche Selbständigkeit und wußten in der Folgezeit den Zusammen-hang mit Byzanz noch mehr zu lockern.
In den Besitz von ganz Italien sind die Langobarden nie ge-langt. Das langobardische Gebiet wurde durch die Mittelitalien einnehmenden oströmischen (griechischen) Provinzen des Exar-chates in zwei Hälften geteilt, wodurch die Kraft des langobar-dischen Regimentes um so mehr beeinträchtigt wurde, als die süd-lichen Teile von Anbeginn einen Absonderungstrieb zeigten, dersich dann mehr und mehr verstärkte.
Innerhalb des langobardischen Herrschaftsgebietes gab esauch größere und kleinere Enklaven. Aus dem Jahre 588 wirdberichtet:
„Auf einer Insel des Comersees, wohin die römische Bevöl-kerung der umliegenden Städte all ihre Reichtümer gerettet hatte,hatte eine der römischen Grenzbesatzungen standgehalten, undauch jetzt, nachdem die Hoffnung, aus dem Norden von denFranken Ersatz zu bekommen, geschwunden schien, bedurfte eseiner sechsmonatlichen Belagerung, bis der magister militum Francio, der noch unter Narses gedient hatte, unter ehrenvollenBedingungen kapitulierte. Erst jetzt, also nach 20 Jahren, warauch hier das Verteidigungssystem des Narses vollständig ver-nichtet.“ (L. M. Hartmann).
V.
Die Stadt Rom war durch die Langobarden schon seit 574von Norden, Osten und Süden bedroht. Nachdem das PontifikatBenedikts (574—578) in beständigem Bangen verflossen war, kames gleich nach seinem Tode so weit, daß die Langobarden die StadtRom von allen Seiten einschlossen und (578) belagerten.
Wegen der Belagerung mußte der zum Papst gewählte Pe-lagius II. (am 25. November 578) ordiniert werden, ohne daßman die Bestätigung des Kaisers einholen konnte.
42