Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Langobarden bis 590

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Priester Chlodewigden allerchristlichsten König undzweitenConstantin genannt. Ein merkwürdiger Brief des Papstes Pela-gius II. (578590) an Aunachar, den Bischof von Auxerre ,sprach aus, daß die rechtgläubigen Franken von der Vorsehungberufen seien, Rom aus den Händen der Langobarden zu erretten.

VI.

Den Langobarden waren die Römer während des ersten Jahr-hunderts ihrer Herrschaft in Italien nicht, wie die verschiedenengermanischen Völkersplitter, die aus Pannonien mit ausgezogenwaren, Bundesgenossen, sondern Feinde, solange der Friede mitdem römischen Reiche nicht abgeschlossen war.

Demgemäß wurden die freien Römer innerhalb des langobar-dischen Herrschaftsgebietes behandelt. Sie wurden getötet odervertrieben, während die hörigen Römer in ihrer Hörigkeit ver-blieben. Diese, nicht als vollfrei angesehen, gehörten rechtlichkeiner Nationalität an, besaßen kein nationales Recht; innerhalbder Hörigkeit konnte kein Unterschied zwischen römischen undirgend welchen germanischen Aldien gemacht werden. Unddieser Zustand, der sich bei Beginn der Langobardenherrschaftentwickelte hatte, konnte sich nicht ändern, solange die Vorbedin-gungen die gleichen blieben. Bei Neueroberungen mußte dasselbegelten, wie beim ersten Einfalle, und der Römer , der im Kampfeoder bei Plünderungszügen in die Gefangenschaft der Langobar-den fiel, wurde Sklave, weil er eben als Angehöriger eines Volkes,das zu den Langobarden im Verhältnisse der Friedlosigkeit stand,jeden Rechtes bar war.

Papst Gregor (590604) erzählt, daß er mit eigenen Augensehen mußte, wie gefangene Römer weggeschleppt wurden, umauf dem Sklavenmarkte verkauft zu werden; und noch in sehrspäter Zeit sollen im Herzogtum Benevent römische Priester Skla-ven gewesen sein.

VII.

Was die Art der langobardischen Siedlungen im einzelnenbetrifft, so wird angenommen, daß die Langobarden in den ersten

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