Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
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Eine von Paulus Diaconus überlieferte Legende, welche beiden Langobarden umgegangen zu sein scheint, vermeldet, daßschon Autharis bis zur Meerenge Siciliens gedrungen sei, seinRoß in das Meer bei Rhegium hineingespornt und eine dort auf-gerichtete Säule mit dem Bein berührt habe, ausrufend:Hiersoll die Grenze der Langobarden sein.

Rotharis gab den Langobarden ein auf germanischen Grund-lagen beruhendes Gesetzbuch, und faßte überhaupt eine festeOrganisation des ganzen Staatswesens ins Auge.

XI.

Wir werfen hier, in einer Unterbrechung der Folge unsererDarstellung, einen Blick auf die äußeren Schicksale der StadtRom in dem Zeitabschnitt seit etwa 587.

F. Gregorovius schreibt über diese Zeit:Die folgendenJahre sind dunkel, denn die Chroniken der Zeit, einsilbig unddüster wie diese selbst, reden nur von Verwüstungen durch dieElemente und die Pest.

Am Ende des Jahres 589 überschwemmte der Tiber einenTeil der Stadt und zerstörte mehrere alte Tempel und Monumente,die im Marsfelde lagen.

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Gregor von Tours (538594) erzählt in seiner Geschichteder Franken:Mit so großer Wasserflut bedeckte der Tiber dieStadt, daß die antiken Gebäude einstürzten und auch die Korn-speicher der Kirche untergingen.

Noch schrecklicher waren die Verheerungen der Pest. Diesebrach im Anfang des Jahres 590 an vielen Orten aus, welche wieRom von Überschwemmungen heimgesucht worden waren.

Die entsetzliche Seuche, von den lateinischen Schriftstellernlues inguinaria genannt, hatte seit 542 nicht aufgehört, dieLänder Europas zu verwüsten.

Procopius, und nach ihm Paul Diaconus , haben diese Plagegenau beschrieben.An keine Jahreszeit gebunden, ergriff sieohne Unterschied mit den Menschen auch die Tiere, ohne durch