662 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.
man bezeichnet noch heute in Trastevere die kleine Kirche SanBenedetto in Piscinula als die Stelle, wo das Haus seines begü-terten Vaters gestanden haben soll.
Der Jüngling wurde unter den Schrecken der zusammenfal-lenden Römerwelt von unwiderstehlicher Neigung ergriffen, ihrzu entfliehen und sich in der Einsamkeit der Betrachtung desEwigen zu weihen.
Er entwich nach Sublacus oder Sublaqueum (Subiaco), woder Anio eines der schönsten Täler Italiens durchfließt. Hierlebte er in seiner Höhle, von einem Anachoreten Romanus mitSpeise versorgt. Es war dort, wo Jahrhunderte zuvor Nero dieFelsgruppen, zwischen denen der Bergstrom stürzend sich wälzt,zur Anlage und Abdämmung der Seen benutzt hatte, welche demnachmaligen Orte den Namen Sublacus (Subiaco ) gaben. Hierlagen, teils an die Felswand gelehnt, die den unten rauschendenStrom einengt, teils in die Spalten dieser Felsen selbst hinein-gebaut die beiden Klöster Santa Scolastica und San Benedetto .
In den tief in die Felswand eindringenden Grotten, welchedem Kloster San Benedetto den Namen des Sacro Speco gegebenhaben, lebte der Jüngling zunächst als Anachoret, „mit Fasten nurund mit Gebeten“, wie es in der Divina Commedia heißt, dann,nachdem zwei edle Römer, Tertullus und Eutychius, ihm um dasJahr 520 anstoßende Ländereien geschenkt hatten, als Stiftereiner bald durch die Umgegend verzweigten Genossenschaft.
Dort lebte er viele Jahre, durch seine Schwester Scholastika gestützt und ermuntert, mit der Feststellung seiner Ordensregelbeschäftigt.
Zwei angesehene Patriciersöhne Maurus, der Sohn des Sena-tor Equitius, Placidus, der Sohn des Tertullus, erzog sich Bene-dikt als Apostel für Gallien und Sicilien.
Aus einem Anlaß, und auf eine Art, worüber Legenden Gro-teskes berichten, verließ Benedictus Subiaco, und wanderte nachCampanien auf den Berg des Castrum Cassinum.
Von der Höhe, an deren Abhang Casinum lag, vertrieb Be-nedikt um das Jahr 529, die letzten Spuren des heidnischen Aber-glaubens, die sich dort noch in dem Apollokultus erhalten hatten.