Papst Gregor der Große
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erweitert, der im Namen des aufständischen Sohnes des ariani-schen Westgotenkönigs mit dem Kaiser unterhandelte.
Er lernte die großen Frauen, des Hofes, die Gemahlin unddie Schwester des Kaisers, kennen und fand bei den MächtigenGunst.
Bald nach 584 wurde Gregor von seinem Posten in Byzanzabberufen und durch den Archidiaconus Laurentius ersetzt. Erkehrte in die Zelle seines Klosters auf dem Coelius zurück, vonwo er dann im Jahre 590 den römischen Bischofsstuhl bestieg.
II.
Die Lage der Stadt Rom war, als Gregor gewählt wurde,über die Maßen schwer. Zu den gewöhnlichen dauernden Leiden,zu den Verwüstungen durch die Langobarden und die Bedrückun-gen durch die Beamten (die Gregor auf gleiche Stufe zu stellenpflegte) war eine entsetzliche Seuche gekommen, welche, wie schonberichtet, auch den Papst Pelagius hinraffte, und welche unter derBevölkerung die furchtbarsten Verheerungen angerichtet hatte.
Die Not wurde dadurch vermehrt, daß Flüchtlinge aus ganzItalien in abergläubischer Hoffnung, in Rom ihr nacktes Lebenzu retten, dort sich versammelten.
Gregor beschloß, das Unheil durch eine große religiöse Hand-lung zu beschwören.
Er ordnete die Abhaltung einer dreitägigen Bußprozessionan, den Himmel um Erlösung von der Pest anzuflehen.
Es ist uns ein genauer Bericht über die Anordnung der Pro-zession erhalten, welcher lehrreich für den damaligen kirchli-chen Zustand der Stadt ist.
Die Bevölkerung hatte sich nach Alter und Klassen in 7Gruppen zu teilen, und jeder Zug in einer der Hauptkirchen sichzu versammeln, um von dort aus nach dem gemeinsamen Ziel,der Basilika K. Maria (Maggiore) zu pilgern.
Die Kleriker zogen aus von S. Cosma und Damianus mit denPresbytern der sechsten Region, die Äbte mit ihren Mönchen
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