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VII.
Nach der Absetzung und Wegführung Martin’s in das Exilwurde am io. August 654 Eugenius, Sohn des Ruffianus, einRömer , zum Papst geweiht.
Es zeigte sich mit ihm alsbald, wie tief die kirchlichen An-gelegenheiten das römische Volk erregten. Der wieder eingesetztebyzantinische Patriarch Petrus beeilte sich, dem römischen Bi-schof seine Glaubensformel die sog. „Synodika“ zu übersenden,gemäß dem Gebrauch, daß die neuernannten Patriarchen nachRom , die Päpste aber nach Constantinopel ihre Formeln schickten.
Die Römer, Volk und Clerus , verwarfen die Formel desPetrus leidenschaftlich. Sie zwangen Eugenius , die Formel zuverdammen, dabei erkennen lassend, daß die Gewalt, welche dieGriechen dem Papst Martin angetan hatten, von ihnen als Be-schimpfung der lateinischen Nation empfunden wurde.
Papst Eugenius starb im Juni 657, worauf am 30. Juli Vita-lianus, ein Lateiner aus Signia in den Volskerbergen, zum Papstgeweiht wurde.
Der Kaiser Constans, welcher, wie vermutet wird, schondamals den Plan gefaßt hatte, nach dem Abendlande zu gehen,suchte ein freundliches Verhältnis zur lateinischen Kirche undder neue Papst kam ihm dabei entgegen.
Vitalian beeilte sich dem Kaiser seinen versöhnlichen Willendurch seinen Gesandten kund zu geben. Constans empfing dielömischen Überbringer der Synodika herablassend, bestätigte diePrivilegien des römischen Bistums und schickte Vitalian einenmit Gold und Diamanten geschmückten Bibelcodex zum Geschenk.
Die nächsten 6 Jahre der Stadt Rom sind für uns in tiefesDunkel gehüllt.