Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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698 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.

Indes begannen schon die Intrigen wegen der Nachfolge.Der Archidiakon Paschalis versprach dem neuen Exarchen Jo-hannes Platina ioo Pfund Goldes, wenn er ihn bei der bevorste-henden Wahl begünstige, und der Exarch soll die kaiserlichenBeamten in diesem Sinne instruiert haben.

Kaum hatte Conon die Augen geschlossen, als auch schonjener Theodorus, der inzwischen Archipresbyter geworden war,mit seinem Anhänge einen Teil des Lateran besetzte, währendPaschalis mit den Seinen sich in dem anderen Teile aufhielt.Keiner der beiden Kandidaten wollte weichen. Da versammeltensich die vornehmsten weltlichen und geistlichen Würdenträger,die an keinem der beiden Kandidaten interessiert waren, ein gro-ßer Teil des Klerus und der Bürgerschaft, auf dem Palatin.

Nach langer Beratung ging aus ihrer Mitte der Priester vonSanta Susanna, Sergius, ein Syrer, als gewählt hervor, der, nochnicht lange Kleriker, sich doch schon durch seine Bemühungenfür den Kultus der Katakomben ausgezeichnet hatte. Er wurdein die Kapelle des h. Caesarius auf dem Palatin und von dort inden Lateran gebracht, nachdem dessen Tore erbrochen wordenwaren. Theodorus unterwarf sich sofort, auch Paschalis mußtesich äußerlich fügen, schickte aber insgeheim zum Exarchen nachRavenna dringende Botschaften. In der Tat erschien der Exarchvöllig überraschend in Rom . Da er die Wahl nicht mehr rück-gängig zu machen vermochte, erpreßte er wenigstens von Sergiusfür seine Bestätigung, ohne welche die Ordination nicht vorge-nommen werden durfte, die ihm von Paschalis versprochenenioo Pfund Goldes.

X.

Die Zeit von 668 (Tod Constans II.) bis 680 ließ den dog-matischen und politischen Kirchenstreit zwischen Rom und By-zanz wieder aufleben.

Das sechste ökumenische Konzil, welches in Constantinopelvom 7. November 680 bis zum 16. September 681 stattfand (eshieß nach dem Kuppelsaal trullus = Kuppelwölbung des