Von Papst Gregor II. bis Paul I. 715 bis 757 7H
III.
Gregor rief nunmehr die Bischöfe und die Städte Italiens inihrer Gesamtheit dazu auf, dem ketzerischen Ansinnen des Kai-sers zu widerstehen. „Er bewaffnete sich“ wie das Buch derPäpste sagt, „gegen den Kaiser als gegen einen Feind.“
Der Eindruck des päpstlichen Protestes war groß und allge-mein. Die Pentapolis und das Heer der Venetianer standen so-fort in Waffen und erklärten, den Papst verteidigen zu wollen.
Der Papst aber lehnte jeden gewaltsamen Schritt ab und be-kämpfte energisch den Gedanken des Abfalls vom Kaiser.
Der Kaiser seinerseits fuhr fort, mit allen Mitteln gegendie Bilderfreunde vorzugehen.
Gegen Rom rüstete er eine Flotte aus, welche nach der Tiber-mündung segelte.
Zugleich wurde der Plan geschmiedet, den Papst zu töten.
Zu den Verschworenen des Mordplanes gehörten der DuxBasilius, der Chartular Jordanes , und der Subdiaconus JohannesLurion, sowie Marinus, welchen der Kaiser eben erst als Dux nach Rom geschickt hatte.
Der Plan wurde ruchbar in Rom und das wütende Volkbrachte mehrere der Verschworenen um.
Jetzt schickte der Exarch Paulus von Ravenna ein Heer ge-gen Rom .
Er fand die Zugänge der Stadt, insbesondere die salarischeBrücke, versperrt und außer von den Römern durch Truppen be-setzt, welche die Langobarden von Spoleto und von Tuscien ge-schickt hatten.
Der Exarch, welchen der Papst excommunicierte, zog sichnach Ravenna zurück, fand sich aber dort selbst in Gefahr. DiePentapolis sagte sich offen von ihm los. Alle Städte des mitt-leren Italiens vertrieben die byzantinischen Beamten, wählten sicheigene Duces, und drohten, einen neuen Kaiser auf den griechi-schen Thron zu führen.