Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
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Von Papst Gregor II. bis Paul I. 715 bis 757 7J3

geizige Duces, die Langobardenkönige und schließlich die Fran-ken .

Dieses war die innerliche Situation, welche dafür maßgebendwar, daß der Papst nicht schon jetzt das Eintreten des sich immerstärker vorbereitenden äußeren Bruches zwischen Rom undByzanz wünschte, welcher sich dann im Jahre 756 vollzog.

IV.

Seit dem Juni 712 herrschte über das Langobardenvolk Liut-prand (712743), der Sohn Ansprands, ein Fürst mit hohen Zie-len, welche letzten Endes die Vereinigung Italiens unter lango-bardischem Scepter bedeuteten und auf dem Wege dorthin zu-nächst die Eroberung Ravennas und Roms .

Um das Jahr 728 als in Ravenna der Exarch Paulus von Em-pörern erschlagen war, zog Liutprand vor Ravenna und erobertees. Er eroberte dann die Stadt Sutri (Sutrium). Auf diese40 Kilometer von Rom entfernte Stadt erhob der Papst im Na-men des Apostels Petrus kirchliche Ansprüche. Der katholischefromme Fürst Liutprand erkannte diese Ansprüche an undschenkte die Stadt Sutri an die Kirche.

Dieses war die erste Schenkung einer Stadt an die Kircheals Eigentümer, und dieselbe gilt mit Recht alsder erste Keimdes Kirchenstaates außer Rom .

V.

Die nunmehr folgenden Ereignisse laufen darauf hinaus, daßGregor II. die Stadt Rom vor der Eroberung durch die Lango-barden (König Liutprand) bewahrte, und einen weiteren gefähr-lichen Angriff gegen die Stadt Rom von Seiten des aufständischentuskischen Dux Tiberius Petasius abwehrte.

Wir verzeichnen hier kurz die überlieferten Tatsachen, ohneauf die kritische Auffassung der neueren Schriftsteller einzu-gehen. *)

*) Vergl. Ludo Moritz Hartmann , Geschichte Italiens im MittelalterII. Band, 2. Hälfte Gotha 1903.

Neomario, Geschichte der Stadt Rom II.

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