Von Papst Gregor II. bis Paul I. 715 bis 757 719
Aistulf nahm Comacchio , die wichtige Handelsstadt an der Po-mündung, Ferrara , den Schlüssel zu Ravemia.
Der Exarch Eutychius „der letzte griechische Satrap in Ita-lien “ übergab ihm die Stadt Ravenna, wie es heißt ohne Schwert-streich, durch den Besitz von Ferrara und andere Gebiete unterlangobardischer Hoheit entschädigt.
Ein Aufsehen erregendes Ereignis sei hier eingeschaltet.
Am Ende des Jahres 747 kam der Bruder Pippins, Karlmann,nach Rom , und nachdem er der Kirche von St. Peter reichlicheGeschenke gemacht hatte, trat er in den Mönchsstand. Er wohntezuerst auf der Burg S. Oreste (das alte Soracte), dann, weil ihndie häufigen Besuche vornehmer Franken, die nach Rom kamen,störten, in dem Kloster von Monte Cassino.
IX.
Zu des Zacharias Nachfolger wählte man den Presbyter Ste-phan, der indes schon drei Tage nach seiner Wahl starb.
Hierauf bestieg Stephan II. , ein Römer, am 25. März 752den heiligen Stuhl (752-—759). Während seines Pontifikats be-gann für Rom eine neue Epoche.
Der Langobardenkönig Aistulf hatte kurz zuvor erreicht, wassein Vorgänger vergebens erstrebt hatte. Der Sitz der byzanti-nischen Regierung in Italien war in seine Gewalt gefallen. Am4. Juli 751 konnte er aus dem Palast des eroberten Ravenna einkönigliches Dekret erlassen.
Das Regiment von Stellvertretern des griechischen Kaisershatte nach zwei Jahrhunderten seines Bestehens für immer auf-gehört (751). , j
Aistulf brach nach der Eroberung Ravennas nach dem Sü-den auf um Rom zu erobern. Papst Stephan schickte ihm eineGesandtschaft entgegen, welche erreichte, daß Aistulf von demAngriff abließ und einen 20jährigen Frieden in förmlicher Ur-kunde verbriefte und beschwor. Nach 4 Monaten aber gereuteden König seine Schwäche. Er verlangte jährlichen Tribut voneinem Gold-Solidus für jeden Römer, und als er mit dieser For-