Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
721
Einzelbild herunterladen
 

Von Papst Gregor II. bis Paul I. 715 bis 757

721

Zacharias hatte damit als Erster den Standpunkt vertreten,daß die Päpste von Gottes Gnaden die Macht besäßen, Kronenzu geben und zu nehmen.

X.

Papst Stephan sandte (753) durch einen Pilger Briefe anKönig Pippin. Dieser schickte den Abt Droctegang von Görzab, mit dem Papst zu unterhandeln, und bald darauf den HerzogAutchar, und Chrodegang, den Bischof von Metz , 11m den Papstnach dem Frankenlande zu geleiten.

Der Papst legte, wie mit Sicherheit angenommen werdenkann und einhellig angenommen wird, dem römischen Volk införmlicher Versammlung den Antrag vor, ihn mit der Vollmachtzu bekleiden, mit König Pippin einen Vertrag zu. schließen, aufGrund der von der Volksversammlung vorgenommenen Wahl Pip-pins zum römischen Patricius.

Der Papst verließ am 14. Oktober 753 Rom .

Die Fahrt des Papsts ins Frankenland war ein unerhörtesEreignis, denn noch nie hatte ein römischer Bischof die Alpen überstiegen, sich zu einem germanischen Volk des Westens zubegeben. Der Papst reiste mit einem Paß des Langobarden-königs, welchen er in Pavia aufsuchte.

Am 15. November 753 verließ Stephan Pavia, in Begleitungvon Bischöfen und Cardinälen, sowie von römischen Großen, denBevollmächtigten des Adels und des Volks. Schnell gelangte er andie Alpenpässe; im Kloster S. Mauritius, wo er Pippin treffensollte, kamen ihm nur dessen Boten, der Abt Folrad von S. Denisund der Herzog Rothard entgegen, ihn einladend, weiter nachFrankreich hinein zu kommen, wo er den König im Schloß zuPonthion (Pontinon) finden würde. Dort wurde er von derköniglichen Familie mit Ehren empfangen (am 6. Januar 754).Pippin stieg vom Pferde, als er den Papst erblickte, warf sich vorihm nieder, und ging sodann eine Strecke Wegs neben dem reiten-den Papst einher.