Von P.apst Gregor II. bis Paul I. 715 bis 757 723
Es war im Frühjahr 754. Die Franken kehrten zurück. DerPapst zog, geleitet von einem Halbbruder Pippins und anderenvornehmen Franken, als Sieger in Rom ein. Es war ein Jahrvergangen, seitdem der Papst als Schutzflehender Rom verlassenhatte. Das Volk und die Geistlichkeit strömten ihm entgegen.
XI.
Aber König Aistulf dachte nicht daran Frieden zu halten.
Am 1. Januar 756, 200 Jahre nachdem Rom durch Totila be-lagert worden war, erschien der König mit seinem ganzen Heervor Rom .
Die folgenden Ereignisse, bis 757, deren für Rom entschei-dende Bedeutung klar und deren Einzelheiten uns zuverlässig,wenn auch nicht durchweg eindeutig überliefert sind, werden hierim wesentlichen im Anschluß an Gregorovius berichtet.
Um die Stadt einzuschließen, lagerte Aistulf selbst vor demsalarischen Tor, während die Toscaner vor der Porta Portuensis,die Beneventer vom Lateran bis zu S. Paul lagen.
Die Mauern, welche Gregor III. wiederhergestellt hatte, wi-derstanden den Sturmmaschinen, aber die Not in der Stadt wurdetäglich empfindlicher. Die Campagna erfuhr die schonungsloseVerwüstung eines rachsüchtigen Feindes, und die sparsame Colo-nisation der Kirche wurde bis in den Grund zerstört. Aistulfverbot, die Basiliken S. Peter und S. Paul, welche in seinem Be-reiche lagen, zu verletzen, aber alle anderen Kirchen außerhalbder Stadt wurden geplündert, Mönche und Nonnen rohen Miß-handlungen preisgegeben. Die Langobarden schienen sich desArianismus ihrer Väter wieder zu erinnern, denn sie trieben mitdem, was für heilig galt, öffentlichen Spott; Bilderstürmer, viel-leicht griechische Söldlinge im Heer, zerstörten Heiligenbilderund verbrannten sie auf Scheiterhaufen. Zu gleicher Zeit durch-wühlten dieselben Langobarden aus Frömmigkeit oder aus Hab-sucht die Kirchhöfe der Märtyrer, um sich mit heiligen Gebeinenzu beladen. Begier nach solchen Reliquien war den Langobar-