Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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728 Vom Einbruch der Langobarden bis aul Karl d. Gr.

genen Seele; nicht um alle Schätze der Welt werde er sein demApostel gegebenes Wort brechen; alle jene Städte übergebe erdem heiligen Petrus, der römischen Kirche und dem Papst.

König Aistulf starb zu Ende des Jahres 756 durch einenUnfall.

Papst Stephan II. starb am 24. April 757.

Sein Nachfolger Paulus I. (757767), der am 29. Mai 757den päpstlichen Stuhl bestieg, war der erste der römischen Bi-schöfe, welcher zugleich Landesherr war. Der Kirchenstaat warbegründet.

XII.

Desiderius, wahrscheinlich Herzog von Tuscien, befand sichin Toscana und ließ sich im März 757 von dem Volke der Lango-barden als König ausrufen. Ihm gegenüber trat der Mönch JRachisauf der sein Kloster verließ, und, von einer starken Partei unterden Langobarden unterstützt, sich einige Monate lang als Königbetrug. Desiderius suchte sich gegen ihn vor allem des päpstlichenund fränkischen Schutzes zu versichern und versprach daher inGegenwart des fränkischen Sendboten Fulrad , den der Papstsammt seinem Bruder, dem Diaconus Paulus, zu Desiderius nachToscana geschickt hatte, eidlich, die noch übrigen Städte heraus-zugeben, welche früher der griechischen Herrschaft unterworfenwaren, wie Faenza, Imola, Ferrara, Osimo, Ancona und Humana,südlich von Ancona , mit ihrem Gebiete, denen er später durchseine Gesandten, den Garinod und Grimoald, noch Bologna hin-zufügte. Auch versprach er dem fränkischen Reiche Treue undder Kirche Gehorsam und bat den Papst um seine Vermittlungbei dem fränkischen König. Dieses nahm der Papst über sich,empfahl den neuen König bei Pippin, indem er aber zugleich denletzteren bat, den Desiderius sorgfältig zur Erfüllung des Ver-trages anzuhalten. Fulrad eilte dem Desiderius mit den Fran-ken, welche er bei sich hatte, zu Hilfe. Der Papst sandte durchden Presbyter Stephanus an Rachis und das ganze langobardischeVolk Abmahnungsschreiben und bot ihm zugleich im Notfälle