Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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730 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.

Der langobardische König hatte sich nicht nur fortwährend Plün-derungen und Beeinträchtigungen gegen die Güter der römischenKirche zu Schulden kommen lassen, sondern war auch schondurch den griechischen Gesandten Gregorius in Verhandlung ge-treten, gemeinschaftlich mit dem Kaiser die früher durch dieFranken eroberten und vergabten Besitzungen anzugreifen.

Im Jahre 758 zog Desiderius gewaltsam mit Rauben undPlündern durch die Pentapolis und griff dann die Herzoge vonSpoleto und Benevent an, welche ganz dem päpstlich-fränkischenInteresse ergeben waren und dadurch gewiß vorwiegend den An-griff des Königs hervorgerufen hatten.

Den Herzog Albinus von Spoleto hielt Desiderius mit demihm anhängenden Adel im Gefängnis. Der Herzog von Benevent ,Liutprand, hatte sich nach Otranto , welches damals von der grie-chischen Herrschaft losgerissen war, geflüchtet, und Desideriussetzte den Anclus (oder Archus) statt seiner in die Herrschaftein. Zugleich verabredete er jetzt in Neapel mit dem bereitsgenannten Gregorius einen bestimmten Angriffsplan gegen diegemeinschaftlichen Feinde.

Desiderius, der König, schrieb an den griechischen Kaiser,dieser möge sein Heer nach Italien schicken, er wolle mit demseinigen zu Hilfe kommen, und so könne Ravenna von zwei Sei-ten angegriffen werden. Es wurde ferner verabredet, daß diekaiserlichen Schnellsegler von Sicilien nach Otranto schiffen unddie Stadt zur See belagern sollten, während die Langobarden vonder Landseite angreifen würden.

Darauf kam Desiderius nach Rom , wahrscheinlich in Formeiner Wallfahrt. Der Papst suchte ihn jetzt zur Übergabe derfrüher versprochenen Städte Imola, Bologna, Osimo und Ancona zu bewegen. Desiderius suchte Ausflüchte und half sich zuletztmit der Ausrede, zuvor müßte er die langobardischen Geiseln,welche sich von den Zeiten Aistulfs her in der Hand der Fran-ken befanden, frei sehen, und für ihre Befreiung möge sich derPapst verwenden.

Der Papst bat um nachdrückliche Unterstützung von SeitenPippins, und die Gesandten des Königs: Remedius (oder Remi-