Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Abend die Stadt, den 29. Juli die salarische Brücke. Am fol-genden Tage rückten sie über Ponte Molle gegen das ThorSt. Pecri und dann gegen das Thor von S. Pancratio (bei derPorta Aureliana am Janiculus ), welches ihre Anhänger schon imVoraus besetzt hatten und jetzt übergaben. Aber aus Furchtwollten die begleitenden Langobarden vom Janiculus herab nichtweiter vorrücken, und jetzt eilten Toto und Passivus zur Hilfeherbei. Toto erschlug den ihm entgegentretenden tapferstenStreiter der Langobarden, und alles wäre verloren gewesen, wennnicht zwei Männer in der nächsten Begleitung des Toto, nämlichder Secundicerius Demetrius und der Chartularius Gratiosus den-selben von hinten erstochen hätten. Passivus floh nach dem Late-ran und dann mit seinem Bruder in die Kirche, hierauf in die an-stoßende Kapelle des heiligen Venantius, dann in das Vestiariumund zuletzt in das Oratorium des heiligen Caesarius, wo sie nacheinander von den Häuptern der Scholen in Gewahrsam genommenwurden.

Am folgenden Tage, dem 31. Juli, einem Sonntage, ver-sammelte Waldipert ohne Wissen des Sergius einige Römer, ohneZweifel von der Langobardenpartei, und diese holten aus demKloster S. Vito einen Mönch, Namens Philipp, heraus, den sieals Papst begrüßten und in den Lateran führten. Sergius schwur,hierdurch erbittert, die Stadt nicht betreten zu wollen, wenn nichtPhilipp wieder von dem päpstlichen Stuhle vertrieben würde.Gratiosus rückte mit einigen Römern nach dem Lateran vor undnoch an demselben Tage mußte der Mönch wieder in sein Klosterzurückkehren.

Christophorus versammelte nun am folgenden Tage, dem1. August 768, auf dem alten Forum die Priester und Vornehmender Geistlichkeit, die Häupter der Scholen und diese selbst, danndie vornehmen Bürger und das ganze Volk, worauf der Cardinalvon St. Caecilia, Stephanus, als Papst ausgerufen und in denLateran gebracht wurde.

Bevor noch die Weihe des neuen Papstes an dem folgendenSonntag stattfinden konnte, nahm die jetzt herrschende Parteiblutige Rache an ihren geschlagenen Feinden. Dem Bischöfe