734 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.
Theodorus, welcher den Gegenpapst geweiht hatte, riß man dieAugen und die Zunge aus, und warf ihn hilflos in das Kloster vonS. Gregorio in Monte Celio („in Monasterio Clivi Scauri“), woer, von Hunger und Durst schrecklich gemartert, den Geist auf-gab. Ebenso blendete man den Passivus, und schickte ihn indas Kloster von S. Silvestro („in capite“). Den Constantinusselbst führte man, auf einem Weibersattel sitzend, mit großenGewichten an den Füßen, in das Kloster von St. Saba auf demAventin, damals Cella nova genannt. Am Abend des 6. Augustwurde er dann auf einer Synode im Lateran feierlich abgesetzt.
An dem folgenden Tage, 7. August 768, wurde der neuePapst feierlich in S. Peter geweiht. Auf dem Ambo der Kirchewurde ein reuiges Schuldbekenntnis des römischen Volkes ab-gelegt, weil es dem Usurpator keinen Widerstand geleistet habe.Die Verfolgung hörte aber damit noch nicht auf; an der Spitzederselben stand der schon genannte Gratiosus. Zuerst erstürm-ten die Stadttruppen aus Rom die uralte Festung Alatri,wo ein Verteidiger des Constantin, Gracilis, Tribun war, nahmendiesen gefangen und führten ihn nach Rom in Gewahrsam. Ei-nige Campaner kamen gleich darauf nach Rom , und daselbst vonder Gegenpartei angestiftet, führten sie den Gracilis aus demGefängnisse, als wollten sie ihn ins Kloster führen; aber als siein die Nähe des Colosseums kamen, rissen sie ihm Augen undZunge aus. Wenige Tage später hatten sich wieder Leute ausTuscien und Campanien in Rom versammelt; sie verbanden sichmit dem genannten Gratiosus, dieser drang Morgens früh miteiner Schaar Soldaten ins Kloster, wo der abgesetzte Constan-tinus saß, riß ihn heraus, blendete ihn und ließ ihn hilflos aufder Straße liegen.
Aber auch unter den Siegern selbst trat bald Spaltung ein
„Wir haben gesehen, welchen Beistand Waldipert, der Lango-barde, zum Sturze des vorigen Papstes geleistet hatte. Jetzt be-schuldigte man ihn, er wolle die Häupter des römischen Volkestöten und den Langobarden, insbesondere dem Herzog Theo-dicius von Spoleto die Stadt übergeben. Ein Volkshaufen, ge-