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führt von dem Vicedominus Christophorus, wollte ihn gefangennehmen. Waldipert suchte Schutz in der Kirche St. Maria zuden Märtyrern (Pantheon) und umfaßte das Bildnis der heiligenJungfrau. Vergebens, er wurde sammt dem Bildnisse heraus-gerissen und in ein scheußliches Gefängnis geworfen. EinigeTage darauf wurde er auch hieraus weggeschleppt und auf demPlatze vor dem Lateran geblendet, in Folge dessen er im Spitalstarb."
III.
Um die Angelegenheiten der Kirche zu ordnen, wurde imFrühjahre des Jahres 769 eine Synode im Lateran gehalten, anwelcher sich 40 italienische Bischöfe und auf des Papstes Ein-ladung auch 42 fränkische Gesandte beteiligten.
In der ersten Sitzung war auch der geblendete Constantinund entschuldigte seine Besteigung des päpstlichen Stuhles mitdem Zwange von Seiten des Volkes, welches über die Herrschaftdes Papstes Paulus unzufrieden gewesen wäre, fiel dann zur Erdenieder und bat flehentlich um Verzeihung. Als er am folgendenTage wieder darum gefragt wurde, wie er als Laie sogleich diehöchste bischöfliche Würde habe annehmen können, und er sichdann mit dem Beispiele des damaligen Erzbischofs von Ravennaund des Bischofs von Neapel entschuldigte, trieben ihn die gegen-wärtigen Geistlichen unter Schlägen aus der Kirche.
Dann wurden alle Spuren des Gegenpapstes vertilgt, dieActen seiner Wahl inmitten des Presbyteriums verbrannt, alleseine Handlungen für ungiltig erklärt, ja selbst jede von ihmvollzogene Austeilung der heiligen Sacramente mit Ausnahmeder Taufe und der letzten Ölung. Die von Constantin eingesetz-ten Bischöfe mußten sich einer neuen Wahl und Bestätigungunterwerfen. Auch wurde die frühere Bestimmung über diePapstwahl erneuert und geschärft: keiner solle Papst werdenkönnen, wenn er nicht durch die Stufenleiter der verschiedenengeistlichen Würden hindurchgegangen und schon Cardinal , Dia-kon oder Presbyter war. Den Papst selbst sollten die Cardinäle ,die Vornehmen der Geistlichkeit (Proceres cleri) und der ganze