736 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.
Clerus wählen. Den Gewählten sollten die Häupter der Scholen ,diese selbst, die vornehmen Bürger und das ganze Volk begrüßenund dadurch ihre Beistimmung bezeugen; und dann erst durf-ten die Beschlüsse über die Wahlhandlung aufgenommen werden.In der letzten Sitzung wurde noch die Lehre über die Bilder-verehrung neu bestätigt. Feierliche Processionen nach St. Peter,wo die Acten vorgelesen wurden, beschlossen die ganze feierli-che Handlung.
IV.
In Rom herrschte die antilangobardische oder römisch-fränkische Partei, an deren Spitze der Primicerius Christopho-rus und sein Sohn Sergius standen, welcher letztere jetzt Secun-dicerius geworden war.
Sie suchten Streitigkeiten mit den Langobarden, erneuertendie alten Forderungen wegen der Gerechtsame der römischenKirche und boten sogleich die Hilfe der fränkischen Könige Karlund Karlmann auf.
Desiderius suchte die Beiden, welche er bei allen ihren Hand-lungen als seine vorzüglichsten Gegner erkannte, durch eine ihmergebene Partei in Rom selbst zu stürzen. Er gewann den päpst-lichen Kämmerer (cubicularius) Paulus Afiarta und suchte durchdiesen jene Beiden bei dem Papste selbst verhaßt zu machen. Zu-gleich rückte Desiderius mit einem Heere gegen Rom unter demVorwände, dem Papste den schuldigen Tribut abzutragen. Chri-stophorus und Sergius sammelten aus Tuscien, Campanien unddem Herzogtume Perugia Truppen, denen sich der in Rom ver-weilende fränkische Sendbote Dodo und dessen Franken an-schlossen.
In Rom selbst wurden die Tore geschlossen, ja eins dersel-ben zugemauert.
Desiderius lagerte sich bei St. Peter ein und ließ den Papstdurch seine Gesandten zu sich einladen.
Der Papst kam, verhandelte über die Forderungen derKirche mit dem Könige, welcher die besten Versprechungen gab,und kehrte dann in die Stadt zurück. Paulus Afiarta suchte jetzt