Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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das römische Volk zum Morde des Christophorus und des Ser-gius aufzuwiegeln; aber diese versammelten ihre Partei, dran-gen bewaffnet in den lateranischen Palast, bis in die Basilika desPapstes Theodor, wo der Papst war, und suchten hier ihre Feindeauf. Der Papst ging selbst am folgenden Tage, wohl zugleichauch Schutz suchend, in die Peterskirche und das Lager desDesiderius , der jetzt auf dem Untergange der beiden Parteifüh-rer bestand.

Stephanus, durch die Versprechungen des Königs und dieGewalttätigkeit jener Parti bewogen, schickte die Bischöfe vonPraeneste und Segni an das Tor zu St. Peter, wo Christophorusund Sergius mit ihrer Schaar und den Franken Wache hielten.Die Forderung an sie war, daß sie ins Kloster gehen oder nachSt. Peter zum Papste kommen sollten, ohne Zweifel um sich undihr Betragen vor dem Papste und Könige zu rechtfertigen. Beidewollten sich nicht hilflos in die Hände der Langobarden über-liefern, sondern vertrauten auf ihre Anhänger. Aber diese zer-streuten sich, als die beiden Bischöfe sie im Namen des Papstesdazu ermahnten. Viele stiegen über die Mauern, um sich zumPapste zu begeben; auch der erwähnte Dux Gratiosus hatte sichmit seinem Anhänge scheinbar nach Hause begeben, dann aberdie Porta Portese erbrochen und sich zum Papste begeben. EinGleiches zu tun sahen sich auch Christophorus und Sergius ge-nötigt. Obgleich von den langobardischen Wächtern ergriffenund zum Könige geführt, suchte sie der Papst noch dadurch zuretten, daß er sie. zu Mönchen machen ließ; aber am folgendenTag, während der Papst noch an die Rettung seiner früheren An-hänger dachte, riß Paulus mit seinem Anhänge und den Lango-barden sie aus der Kirche und blendete sie an dem Stadttore(769). Christophorus starb an den Folgen der Wunden; Ser-gius lebte noch bis zum Tode des Papstes teils in S. Gregorioauf Monte Celio, teils im Lateran .

So war zwar in Rom die antilangobardische Partei gewalt-sam niedeigedrückt, aber wahre Freundschaft konnte sich nichtsogleich zwischen den vieljährigen Feinden bilden, und gleich dieVersprechungen, welche Desiderius für die Erfüllung der For-