762 Vom Einbruch der Langobarden bis auf Karl d. Gr.
Karl nahm den Titel an, mit dem ihn der Papst und das rö-mische Volk begrüßt hatten.
In seinen Urkunden führte er den Titel Imperator AugustusRomanum imperium gubernans.
Die Umschrift seiner Metallsiegel war „Renovatio Romaniimperii“.
„Was Leo III. zu der Ausbildung der patricischen Gewaltbestimmte, vermögen wir nicht mehr anzugeben, vielleicht schonjetzt (796) das Bedürfnis, sich in Rom selbst eine feste Stützean der Macht des Patriciers zu bereiten. Gewiß war es die Ver-schwörung des Campulus, und die Vertreibung des Papstes,welche diesen bestimmten, durch die Wiederherstellung des abend-ländischen Kaisertums der neuen Verfassung, von der das Patri-ziat nur ein Glied war, die Vollendung zu geben. Das Volk be-stätigte durch seinen Zuruf die Handlung des Papstes. Karldem Großen und seinen Nachfolgern war dadurch in Bezug aufdas Abendland diejenige Gewalt übertragen, welche früher diebyzantinischen Kaiser besessen hatten.“
IX.
Von größter Bedeutung ist es, die Wirkung der Kaiserkrö-nung auf das Verhältnis von Rom zu Byzanz klar zu stellen.
„Von dieser Zeit an kam Rom unter die Herrschaft derFranken“, sagt zusammenfassend der Byzantiner Theophanes.
„Den Zorn und die Mißgunst der oströmischen Kaiser wegender Übernahme des Kaisernamens ertrug Karl mit großer Geduldund besiegte ihre Schmähung durch Großmut, in der er ihnen weitüberlegen war. Er schickte ihnen oft Gesandte und hieß sie inseinen Briefen Bruder. Die Sorge konnte in Byzanz aufkom-men, Karl wolle überhaupt das Imperium an sich reißen, zunächstSizilien angreifen (mit Benevent wurde tatsächlich gekämpft),schließlich durch Heirat mit Irene die Welt in seiner Faust ver-einigen. Jedenfalls bot Irene selbst die Hand zu einer friedlichen