Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Karl der Große

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Lösung, aber die fränkischen Gesandten erlebten nur ihren Sturz,der möglicherweise mit jenen Plänen zusammenhing, und die Er-hebung des Nikephorus, der sich trotz neuer Gesandtschaft derAnerkennung der neuen abendländischen Kaiserwürde entzog,bis Karl ihm als Preis die Abtretung Venedigs anbot, den letztenRest byzantinischer Herrschaft in Oberitalien , der eben auch vonden Franken erobert war. Es kamzwischen dem westlichenund dem östlichen Kaiserreich, wie es jetzt zuerst heißt, zumFrieden: beide wollten zusammen die heilige Katholische Kirche unbefleckt erhalten. Die byzantinischen Gesandten huldigtenKarl in Aachen als Imperator und Basileus nach griechischemRitus (more suo id est Graeca lingua laudes ei dixerunt, impe-ratorem et basileum appellantes).

X.

Eine gewaltige Ausdehnung verlieh Karl der Große seinemKaisertum im Jahre 813.

Den Abschluß dieser Entwicklung bildete die Kaiserkrö-nung des Sohnes Karls, Ludwigs, am 11. September 813 in Aachen .Sie bedeutete die Ernennung des Sohnes zum Mitregenten undNachfolger. Durch sie wurde die Kaiserwürde im Hause Karlserblich gemacht. (H. v. Schubert).

Der Hergang bei dieser Krönung war folgender:

Nachdem im Frühjahr auf einem kleineren Reichstag dieFrage der Nachfolge besprochen war, kam sie auf der großenHerbstversammlung in der Weise zur Erledigung, daß Karl sichdie Zustimmung seiner Großen zur Einsetzung seines Sohnes alsconsors totius regni et imperialis nominis heres holte und amSonntag darauf, selber im Schmuck der Kaiserkrone, in derKirche den Krönungsakt vornahm. Nachdem er dem Sohn seinePflichten vorgehalten und seine eidliche Zusage, sie zu erfüllen,erhalten hatte, hieß er ihn die auf dem Altar bereit liegende zweiteKaiserkrone nehmen und sich selbst aufs Plaupt setzen, woraufdas Volk Ludwig als Kaiser akklamierte.

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