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Ständische Gliederungen 568 bis 1200
und verwerflich ist der Sprachgebrauch, welcher sie als drei„Volksklassen“ bezeichnet.
II.
Während der Bedrängung Roms durch die Langobarden undin den daneben einhergehenden sonstigen mannigfachen Kämpfen,das heißt während des ganzen Zeitraumes von 568 bis 774, er-scheint, durch Interessensolidarität zusammengedrängt als eineeinzige Volkseinheit, die „militia“, das heißt „das römische Volkin Waffen“, den Adel und das Volk umfassend.
Diese „römische Miliz“ umfaßte alle besitzenden Bürgerklas-sen, und schloß nur den arbeitenden Stand und den Pöbel von sichaus. Ihre Anführer waren vornehme und durch persönliche Vor-züge ausgezeichnete, entweder schon dem Adelstande angehörendeoder durch ihre Führerstellung in der Miliz geadelte Vollbürger,welche den Titel Dux oder Tribunus hatten, den sie dann alsAdelstitel auf ihre Nachkommen vererbten. Sie wurden vomVolke gewählt und ernannten ihre Unterführer. Seit Papst Ha-drian (772—795) wurden sie vom Papste bestellt.
Nach den Regionen verteilt und in Regimenter („numeri“)gesondert, besaß diese Miliz außer den soldatischen auch bürger-liche Funktionen, die allmählich mehr in den Vordergrund traten.Sie verwandelten sich später teilweise auf diesem Entwicklungs-wege in Zünfte und lösten sich dann in „Scholen “ auf.
III.
Der Ausdruck „Schole“ (Plural: Scholen , gr. ayöXoti,lat. scholae, deutsch Schulen) bezeichnete ursprünglich bestimmteHäuser, in denen Leute von denselben Geschäft zusammenkamen,um gemeinschaftliche Interessen zu besorgen. Von dem Zusam-menkunftsort ging er dann auf die Genossen über, welche hier-nach „scholares“ hießen.
Eine der ältesten Anwendungen des Begriffes der Scholen findet sich in der Zeit Diokletians, indem die kaiserliche Leib-wache von 3500. Mann in 7 Scholen eingestellt war.