Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Ständische Gliederungen 568 bis 1200

Nähe der Stadt erhoben sich Burgen und befestigte Orte.Derrömische Ade] ward ein kriegerischer Ritterstand, unbändiger,zügelloser als irgend einer. Es fehlte ihm nämlich der strengeLehensverband, der Kaiser war zu ferne, die deutschen Päpsteund Sylvester II. , von welchem wir wissen, daß er sich des Le-hensnexus bediente, regierten zu kurze Zeit, waren in weltlichenDingen zu ohnmächtig, um den frechen Übermut niederzudrük-ken. Die vielen und frühen Streitigkeiten zwischen der kirchli-chen und weltlichen Macht boten ohnehin jedem Schutz, welchersich für eine Partei erklärte. Daher findet sich denn, besondersehe Heinrich III. und die Normannen den Adel bezwangen,eine völlige Verachtung aller Gesetze, Willkür, Grausamkeit,Tyrannei aller Art als der wahre Charakter des römischen Adels.Nordische Kühnheit und Kraft waren hier mit südlicher Hinter-list und Leidenschaft gepaart. Plauptstütze dieses Adels warendie Sabina, dann die Gegend nach Tuscien hin, wo Nepi, Sutri und Galeria große Wichtigkeit erhielten. In Campania hieltensich noch die kleineren Städte und nur Tusculum hatte frühmächtige Adelige in seinen Mauern. (Papencordt).