Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen

nien, wo es sich um die Nachfolge im Königtume handelte. DerBesitz der echten Insignien gab anderen Kandidaten gegenüberden Vorrang. Die Übersendung derselben im Falle eines ster-benden Kaisers kam in ihren Wirkungen der Designation gleich.

III.

In der Geschichte der Kaiserkrönungen spielt die örtlicheund bauliche Gestaltung der sogenannten leoninischen Stadt(civitas Leonina), das heißt der auf dem rechten Tiberuferzwischen der Engelsburg (moles Hadriani) und dem mons Jani-culus durch den Papst Leo IV. gegründeten Bauanlage, derenMittelpunkt die Basilica von St. Peter bildete, eine entscheidendeRolle.

Die civitas Leonina wurde im Jahr 848 begonnen, 852vollendet. Das vaticanische Gebiet, oder der Porticus des S.Peter, ward so umschlossen, daß die Mauer vom Hadrianeum ,an welches sie sich lehnte, die Höhe des vaticanischen Hügelsseitwärts anstieg, dann im Bogen den Fluß erreichte. DieseMauern, aus Lagen von Tuff und Ziegelsteinen, hatten die Höhevon beinahe 40 Fuß und eine entsprechende Dicke. Vierund-vierzig starke Türme bewehrten sie. Ihre Bauart kann mannoch heute an dem dicken runden Eckturm erkennen, der aufder höchsten Erhebung des Vaticans steht. Drei Tore führtenin die neue Stadt: zwei in der Mauerlinie, die vom GrabmalHadrians auslief, nämlich ein kleineres an diesem Castell,Poste-rula S. Angeli genannt (die spätere Porta Castelli) und eingroßes, nahe bei der Kirche S. Peregrino, daher Porta S. Pere-grini (später Viridaria, Palatii und S. Petri) genannt.

Es war das Haupttor der Leostadt, durch welches die Kaiserihren Einzug hielten.

Das dritte Tor verband die neue Stadt mit Trastevere . Eshieß Posterula Saxonum, vom Sachsenviertel, woran es lag, undstand auf der Stelle der heutigen Porta di S. Spirito . Dieser