Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen

Kapitel 111.

Krönungen 813 bis 901.

i.

udwig I. der Fromme (814840) wurde gekrönt am13. September 813, Lothar I. (817833) am11. April 823.

Der am 11. September 813 von seinem VaterKarl d. Gr. in Aachen zumMitkaiser der Römer ernannte undvon den versammelten Großen des Frankenreichs gekrönte,nach dem Tode seines Vaters, 814, Alleinkaiser gewordene Lud-wig (der Fromme ) ließ sich im Jahr 816 (Oktober) von PapstStefan V. in Reims nochmals krönen.

Ludwig ernannte im Jahre 817 zu Aachen seinen SohnLothar zum Mitregenten. Kurz vor Ostern 823 wurde Lotharvon Papst Paschalis I. dringend nach Rom eingeladen, um dortgekrönt zu werden. Lothar folgte der Aufforderung, im Ein-verständnis seines Vaters.

Am Ostertage 823 (13. April) wurde Lothar in S. Peter alsKaiser gekrönt und vom römischen Volk als Augustus aus-gerufen. Der Papst erkannte feierlich an, daß Lothar die impe-ratorische Macht in Rom habe. Der Kaiser gab dieser MachtFolge, indem er in der Zeit seines Aufenthaltes scharfe Juris-diction übte. Einen von dem Papst gegen den Abt von Farfaangestrengten Prozeß wegen gewisser Klostergüter, entschiedder Kaiser gegen den Papst, und die päpstliche Kammer mußtedie streitigen Grundstücke herausgeben.

Gregorovius schreibt hierzu:Die Kaisergewalt feierte einenAugenblick des Glanzes in Rom , wie er sich kaum mehr wieder-holt hat. Das Volk war dem germanischen Caesar ergeben, wel-cher auch seine Rechte schützte, und die Freude vermehrte einStatut Lothars. Diese berühmte Konstitution vom November824 stellte in neun Artikeln alles fest, was die Flandhabung desRechts und die Ordnung der Verhältnisse der Stadt, des Papstes