Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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838 Römisches Kaisertum und Kaiserkrönungen

gen. So ritt er nach S. Lorenzo fuori le Mura , wo er im Klo-ster übernachtete.

Am folgenden Morgen verabschiedete sich der Kardinalbeim Kaiser . Dieser gab allen Repräsentanten der Stadt und denRittern, insbesondere den zahlreichen neuen Herren, welche erden Krönungstag hindurch durch den Ritterschlag geadelthatte, ein Festmahl, von dem aus er sich nach Tivoli begab.

Infolge zahlreicher Mißlichkeiten beschloß der Kaiser,schon am 8. April wieder aufzubrechen. Über die umbrischeStraße, Terni, Perugia zog er nach Siena . Überall begegnete derKaiser dem Ausdruck tiefer Enttäuschung über den Verlaufseiner Romfahrt. Statt aller anderen Äußerungen seien folgen-de Worte mitgeteilt, welche Petrarca dem Kaiser schrieb:Wasdein Großvater und so viele andere mit Mühen und Blutver-gießen zu erlangen suchten, das lässest du, undankbar gegendas Schicksal, dessen Gunst verkennend, im Stich, nachdem Ita-liens Zugang und Roms Schwelle dir geöffnet worden, nachdemdas Scepter unbestritten in deine Hand gegeben, die Krone dirunblutig aufgesetzt, das Reich im Frieden erlangt worden. Ichwage es nicht, dir zu sagen, was ich auf dem Herzen habe, weilich dich nicht betrüben will, der du mich mit samt der ganzenWelt betrübst.

IV.

Sigismund (14101437) wurde am 31. Mai 1433 gekrönt.

Papst Eugen IV. lud, nach langen Verhandlungen über dievon König Sigismund gewünschte Kaiserkrönung, Ende April1433 den König Sigismund ein, nach Rom zu kommen.

Der König sollte nur mit seinem Hofgefolge kommen, undals solches galten 600 Reiter und einige hundert Mann Fußvolk,mit denen Sigismund gezogen kam.

Sigismund ritt in Rom atn 21. Mai 1433 ein, au f einemweißen Roß unter goldenem Baldachin, ein freundlicher Herr