Die Sarazenen
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neuen Abschnitt der Menschheit hatte er heraufgeführt undpriesterlich eingeweiht.
Von den Römern gehaßt, weil er die weltliche Herrschaftin der Stadt an sich nahm, bis auf den Tod gemißhandelt, zurFlucht getrieben, wieder eingesetzt, durch wiederholte Auf-stände gefährlich bedroht, gab er seinen Gegnern nicht nach.
Er war ein kräftiger Geist, klug berechnend und kühnerAnschauung fähig.
Jener eine Augenblick, da er den neuen Kaiser des Abend-landes im S. Peter krönte, erhöhte ihn zu einem Werkmeisterder Weltgeschichte, ihm einen unverlöschlichen Namen gebend.
Kapitel II.
Die Sarazenen.
i.
us dem Osten hatte der Islam als neuen gewaltigenFeind des Abendlandes die Araber über das Ge-biet des Mittelmeeres entsendet. Dieselben hatten,in Zweigherrschaften, Dynastien, sich teilend, imheftigen Andrang fast alle Küstenländer des Mittelmeeres seitAnfang des 9. Jahrhunderts bedroht.
Das Geschlecht der Aghlabiten hatte den alten LagerplatzKairawan in Tunis zum glänzenden Hauptsitz seiner mächtigenund blühenden Herrschaft gemacht. Von dort aus erobertensie im Jahre 831 Sizilien, das zu neuer Blüte in einer aus griechi-schen, christlichen und mohamedanischen Elementen gemischtenKultur emporstieg, während die arabischen Eroberer in furcht-baren Raub- und Eroberungszügen gegen die Küstenländer unddie Inseln des Mittelmeers alles überboten, was Rom und Italien an Unmenschlichkeit und an fanatischen Greueltaten je erlebthatte.