Die Sarazenen
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römischen Campagna Castelle und Türme in großer Zahlwelche dann später Feudalburgen wurden.
V.
Die sarazenische Plünderung stellte Leo IV. vor die Auf-gabe des Ersatzes der kirchlichen Kleinodien. Wir haben ge-nauen Bericht über den Aufwand, den er dabei machte, undwelcher den damaligen Reichtum des Kirchenschatzes beweist.
Den Hauptaltar von St. Peter belegte Leo wieder mit edel-steinbesetzten Platten von Gold, worauf man unter anderemauch sein und Kaiser Lothars Bildnis sah. Eine dieser goldenenTafeln wog 216 Pfund; ein mit Diamanten geschmückter Cruci-fixus von vergoldetem Silber 70 Pfund. Das silberne mit Säulenund vergoldeten Lilien gezierte Ciborium über dem Altar wognicht weniger als 1606 Pfund, ein Kreuz von massivem Golde,mit Perlen, Smaragden, Prasinen besetzt, war 1000 Pfund schwer.Dazu kamen Vasen, Weihrauchfässer, Lampen, die an silbernenKetten schwebten, und mit goldenen Bullen behängt waren,mit Edelsteinen besetzte Kelche, Lesepulte von Silber in ge-triebener Arbeit; dazu die neue Bekleidung der Türen „mitvielen Tafeln von lichtausströmendem Silber, worauf heiligeGeschichten abgebildet waren“.
Die Verwendung großer Massen orientalischer Stoffe, wieSeide und Purpursamt nebst Mengen von Perlen und Edel-steinen, beweist den großen Handel Italiens mit dem Orient.Vom Süder her vermittelten ihn die Neapolitaner, die Gaetanerund Amalfitaner durch die Sarazenen selbst. Dieselben moha-medanischen Räuber, welche S. Peter und Paul geplünderthatten, brachen aus den geraubten Gefäßen die Edelsteine aus,und verkauften sie durch den Zwischenhandel der Juden wiederan den Papst; sie führten der römischen Kirche Metalle undPerlen aus Asien und Afrika zu, während vom Norden her dieVenetianer einen gleichen Handel von Byzanz her nach Rom trieben.