Die Stadt und das Papsttum 816 bis 904 875
drian, welcher am 14. Dezember 867 als Hadrian II. den Thronbestieg.
Trotz schwerer Kämpfe, welche er mit der auf die Franken sich stützenden Faktion des Kardinals Anastasius zu bestehenhatte, führte Papst Hadrian II. das was Nicolaus begonnen hattein demselben Geiste fort. Die Kirchengeschichte rühmt seineFestigkeit, besonders dem Widerspruch der Bischöfe gegenüber.Nicht minder aber zeichnete sich der Papst durch Standhaftig-keit gegenüber dem kaiserlichen Imperium aus.
Nach Hadrian II. bestieg den päpstlichen Stuhl am 14. De-zember 872 „der noch kräftigere Johann VIII. , Sohn Gundos,ein Römer vielleicht langobardischen Stammes“.
Ihm gegenüber mußte das Kaisertum noch weiter herab-sinken.
Wir kennen den Papst als den Besieger der Sarazenen amKap der Circe.
Johann VIII. starb am 15. Dezember 882.
Von einem hohen Bewußtsein der päpstlichen Gewalt er-füllt, war er ganz und gar den Zwecken weltlicher Herrschafthingegeben. Seine Erfolge gegenüber dem Kaisertum werdenin der Geschichtsschreibung überwiegend als „Unterwerfungdes Kaisertums“ angesehen.
Über den Charakter Johanns VIII. sind die Nachrichtenund die Ansichten geteilt, über seine Erfolge nicht. Zusammen-fassend äußert sich F. Gregorovius folgendermaßen: „Mit ihmschließt die kurze Epoche des fürstlichen Glanzes, zu welchemdas Papsttum nach der Stiftung des weltlichen Staates unter denKarolingern sich erhoben hatte. Wie nun auch immer Jo-hann VIII. zweideutiger, ränkevoller, sophistischer und gewissen-loser Charakter beurteilt werden mag, er war der Sohn seinerZeit, und durch die trostlosen Zustände Italiens gedrängt. Aberseltene Gaben des Verstandes und eine so große Energie desWillens zeichneten ihn aus, daß sein Name in der weltlichenGeschichte des Papsttums zwischen Nicolaus I. und Gregor VII. königlich erglänzt. In einem Zeitalter, wo die kirchlichen Tu-
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