Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 816 bis 1009

Nach einigen Monaten starb er selbst eines gewaltsamenTodes unter den Verwünschungen der Römer.

Die Wut des Volkes ließ sich gegen den zweifachen Thron-räuber aus: der Leichnam wurde aus dem lateranischen Palastegerissen, geschlagen, mit Lanzen durchbohrt und nackt aufdem Platze vor dem Lateran zu den Füßen der sogenanntenReiterstatue des Constantin (Marc Aurel ) hingeworfen, bis eram folgenden Tage früh von einigen Geistlichen beigesetztwurde.

Gegen Ende desselben Jahres (985) finden wir Johann XV. auf dem päpstlichen Stuhl, einen Römer und Sohn des Pres-byters Leo aus der Region Gallinae albae. In Rom herrschtedie sabinische Partei unumschränkt.

Crescentius führte den Titel eines Patrizius; der Papst warganz in seiner Gewalt; wer zu diesem, selbst in geistlichenDingen, Zutritt haben wollte, mußte dem Gewalthaber Ge-schenke darbringen.

Nachher versuchte der Papst das Joch abzuschütteln; erfloh aus der Stadt und lud den deutschen König Otto III. ein,nach Italien zu kommen (995). Auch bewirkte die Furcht vordessen Ankunft schon, daß Crescentius sich mit dem Papsteversöhnte; dieser sprach Verzeihung des Geschehenen aus undwurde dafür mit großer Feierlichkeit in die Stadt zurückgeführt.

Otto kam 996 nach Italien, feierte Ostern in Pavia undwollte dann über Ravenna nach Rom ziehen. Flier empfinger die Gesandten der römischen Großen und des Senates, welcheihm ihre Huldigung darbrachten und die Nachricht von demunterdes erfolgten Tode des Papstes Johann XV. (996) über-brachten, mit der Bitte, Otto möge ihnen angeben, welchenMann er auf den päpstlichen Stuhl erhoben wünsche. Ottogab ihnen seinen Vetter Bruno an, der als Kapellan an seinemHofe sich durch Bildung auszeichnete. Derselbe wurde unterdem Namen Gregor V. zum Papste erhoben (3. Mai 996).

Otto zog dann auch sogleich nach Rom und ward amHimmelfahrtstage (21. Mai 996) in St. Peter zum Kaiser gekrönt.