Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Übersicht Adelsgeschlechter Adelsburgen 897

geworden: daß es ein Parteiregiment war, lag in der Natur derVerhältnisse. Alsbald nach Ottos Hinscheiden hatte das römi-sche Volk den Johannes Crescentius, des Hingerichteten Sohn,zum Patricius erhoben, und bald waren alle wichtigen Ämterund Würden im Besitz dieser Familie, die sich wiederum an ihreStammverwandten in der Sabina anlehnte. Die Päpste, die aufSilvester II. folgten, Johannes XVII. und XVIII., Sergius IV. ,sahen sich wie von einem Netz umschlossen. Die Gewalt inRom war ihnen aus den Händen genommen; die Würden undmehr noch die Patrimonien der Kirche verfielen der Habgier derCrescentier, die mit ihren Anhängern als Patrizier, Präfekten ,Senatoren schalteten. Wie geringe Grundlagen trotzdem dieseFamilienmacht hatte, zeigt das Verhältnis des Patricius zumdeutschen Könige, dem er als seinem Oberherrn huldigte, ob-wohl er alles aufbot, ihn von Rom entfernt zu halten. JohannesCrescentius Tod, zu Ende des Winters 1012, rettete diesenwahrscheinlich vom jähen Sturz. Der Herrschaft seiner Familiejedenfalls machte dieser Tod ein Ende. Für das Papsttum aberwar es nichts als ein Wechsel seiner Herren. Denn nun erhobensich die Tusculanergrafen, die eine gleich große, wenn nichtgrößere Rolle spielten.

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Durch den Rahmen, welcher die Aufgabe dieses Werkesbestimmt, wird unsere Darstellung grundsätzlich auf das Gebietder Stadt Rom im räumlichen Sinne beschränkt. Aus derDurchführung dieser Beschränkung für das 11. Jahrhundertergibt sich, daß wir auch die Kämpfe zwischen Papsttum undKaisertum, und ebenso die innere Entwicklung der Kirche nurinsofern darstellen, als sie innerhalb des Stadtgebietes räumlichin die Erscheinung treten. Dies ist der Fall insbesondere in denKaiserkrönungen, in den Belagerungen, in den Straßenkämpfenund in den Straßenaufzügen. In dieser Hinsicht haben wir inden Kapiteln über Karl den Großen (Buch XVI) sowie überdas römische Kaisertum und die Kaiserkrönungen (Buch XVIII),auch für das ix. Jahrhundert bereits berichtet.