Übersicht Adelsgeschlechter Adelsburgen 899
und ihre Bedeutung waren sehr verschieden. Manche von ihnenglichen den altrömischen gentes insofern als sie lediglich durchVerwandtschaft und die Gleichheit des Familiennamens ver-bunden waren. Diese Geschlechter waren angesehen dadurch,daß viele Träger gerade dieses Namens zu hohen Stellungen,großem Ansehen und Reichtum gelangten. Solche Familienhielten, wie es natürlich ist, auch ohne einen festen Verband zubilden, darauf, gute Beziehungen ihrer Mitglieder zueinanderzu unterhalten. Sie hielten „gute Vetternschaft“, nannten sich„nipoti“, und förderten sich gegenseitig in solidarischen Inter-essen. Vielfach ergab es sich in diesen Verhältnissen, daß dieFamilienglieder bei der Erwerbung von Grundbesitz, sowohl inder Stadt Rom als in deren Umgebung (in der Campagna undauf den Bergen) auf grundherrliche Nachbarschaft der Familien-glieder bedacht waren.
Je mehr es Sitte wurde, daß Adelige ihren Besitz wehrhaftbefestigten, um so mehr geschah es, daß einzelne besondersmächtige Adelige unter dem Titel von comites, duces, senatores,consules, auch wohl tribuni, auftretend Burgen aufführten,welche dem ganzen Geschlecht nebst ihren Kolonen und MilizenZuflucht und wehrhaften Schutz boten. Manches derartigeFamilienhaupt besaß eine Burg sowohl in der Stadt Rom selbst(turris, torre) als in der Umgegend, ein Kastell oder auchmehrere, in der Ebene und in den Bergen.
Hier soll zunächst von den großen und alten, im Mittelalterzu sehr vorwiegender Bedeutung gelangten Geschlechtern derCrescentii und der Tusculanii die Rede sein.
IV.
Die Crescentier gehörten zu den ältesten römischen Ge-schlechtern. Der Name Crescentius kommt zur Kaiserzeit, seitdem 3. Jahrhundert vor.
Die bekanntesten dieser Crescentier trugen den Zunamen„a caballo marmoreo“.
„Caballus marmoreus“ bezeichnete die beiden Rosse undihre Bändiger, welche heute auf dem „Monte Caballo“ stehen,