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früher auf dem Quirinal , vor den Thermen Constantins, standen.Dort wohnten jene Crescentier. Sie hatten dort in den Trüm-mern der Thermen Constantins sich eine Burg eingerichtet,wahrscheinlich auf der Stelle, wo heute der Palazzo Rospigliosi steht.
Das Geschlecht der Crescentier besaß reiche Güter be-sonders in der Sabina *). Im Jahre 967 wird ein Crescentius als„Comes et Rector“ der sabinischen Landschaft genannt. DieGeschichtsschreiber nennen die Partei („Faktion“) der Crescen-tier geradezu „die sabinische Partei“.
Die Zahl der Crescentier muß sehr groß gewesen sein. DieFamilie der Crescendi a caballo marmoreo war nur ein Zweigdes Geschlechtes. Andere Zweige hießen „Crescentius de Theo-dora“, „Crescentius Quinque Dentes“, „Crescentius sub Jani-culo“.
Die Grafen „de Tusculano“ stammten aus der OrtschaftTusculum, deren Ruinen über Frascati noch heute ragen.
Die Stadt Tusculum war älter als Rom . Ihr Ursprung ver-liert sich in die Mythen des Odysseus, dessen Sohn Telegonus sie gegründet haben sollte. Als lateinischer Ort kämpfte dieStadt Tusculum lange mit Rom . Ihr Haupt Mamilius Octaviusgab, so hieß es, dem letzten Tarquinius, seinem Schwiegervater,in Tusculum ein Asyl und fiel dann in der Schlacht am SeeRegillus. Auch sonst gingen berühmte Geschlechter aus Tus-culum hervor: die Mamilier, die Fulvier, dieFontejer, diejuven-tier, vor allem die Porcier. In Tusculum stand auch die Wiege
„Sabina“ oder „ager Sabinus“ nannte man die Landschaft zwischenLatium und Umbrien auf dem linken Tiberufer, östlich grenzte sie an dasGebiet der „Vestiner“, welches bis zum adriatischen Meere reichte. Diesabinische Landschaft hatte im Westen den Tiber zur Grenze, im Süden denAnio, gegen Norden die Flüsse Nar und Velinus, gegen Osten Abrutiumulterius. Sie grenzte demnach an römisch Tuscien, von welchem sie derTiberfluß, an Latium, wovon sie der Anio schied, und an Umbria, wo derFluß Nar die Grenze bildete. Den größten Teil der Sabina besaß der Herzogvon Spoleto. Sein Gebiet erstreckte sich vom Bach Allia am vierzehntenMeilenstein vor dem salarischen Tor über Monte Rotondo (Eretum), Farfaund das alte Cures, bis nach dem Reatischen (Stadt Reate ) hinauf.