Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Übersicht Adelsgeschlechter Adelsburgen 909

trümmerte, beklagte seinen Fall mit dem Ausruf, daß er in derWelt ohnegleichen sei.

Der Grafenturm überdauerte selbst das Erdbeben im Jahre1348, durch welches nur sein Obergeschoß zerstört wurde.Benozzo Gozzoli malte noch im ij. Jahrhundert ein Bild überseiner Eingangstüre. Erst Urban VIII. (16231644) ließ ihnbis auf seine heutigen Reste abtragen.

Der Zwillingsbruder des Grafenturms, der wegen seinerhohen Lage noch eindrucksvollere Turm der Milizen (Torredelle Milizie) steht auf dem quirinalischen Abhange über demTrajans- Forum, wo das bekannte Lokal derBalnea Neapolis(Magnanapoli) sich später befand. Das dortige Viertel hieß imMittelalter Biberatica. Es erstreckte sich vom Quirinal überMagnanapoli bis zum Forum Trajans und der Kirche SantiApostoli.

Der Turm selbst gab einer Straße den Namen:ContrataMiliciarum. Seine Erbauungszeit ist ungewiß; sein Stil undsein dem Grafenturm ähnliches Mauerwerk sprechen für die ZeitInnocenz III. oder Gregors IX., und wahrscheinlich stand aufseiner Stelle schon ein viel älterer Turm.Er stieg aus seinerbreiten und hohen Basis als ein viereckiger bezinnter Koloßempor; auf dem Unterbau erhob sich ein zweiter verjüngterAufsatz, gleichfalls viereckig und durch mächtige Pfeiler ge-gliedert. Aus der bezinnten Plattform stieg noch ein verjüngter,oben platter viereckiger Turm empor. Das Ganze war miteinem crenelierten Castell verbunden, und so eine vollständigeBurg. Weil auf dem Quirinal, wo der Turm heute im Kloster-bezirk der Nonnen von S. Catarina di Siena steht, schon im12. Jahrhundert ein OrtMiliciae Tiberianae genannt wird, soscheint, daß er auf einem antiken Monument errichtet wurde,welches vielleicht eine militärische Station der Kaiserzeit war.In der letzten Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörte er den Ani-baldi, von welchem er an die Gaetani kam. Sein Besitz galt fürso wichtig, daß seine Herren von ihm, wie von einer Baronieden Titel führten: Petrus, der Nepot Bonifatius VIII. (1294 bis(1303) nannte sich seit dem Jahre 1301, als er ihn von Richard