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Anibaldi erstand „Dominus Miliciarum Urbis“, und wahrschein-lich erhielt er das Recht, in dieser großen Stadtfestung Kriegs-volk zu halten.
Die Reihe der vorstehend genannten Adelsburgen enthältdie Namen aller großen Geschlechter Roms jener Zeit außerdem jüngsten des 13. Jahrhunderts, den Gaetani.
Die Gaetani hatten Paläste auf der Tiberinsel und im Vier-tel der S. Maria Maggiore. Sie hatten keine Stammburg inRom . Aber sie legten um dieselbe Zeit, als sie Herren der „Mi-lizen“ wurden, vor der Porta Sebastiana die merkwürdige Feste„Capo di Bove“ auf der appischen Straße an. Dieses Kastellerhielt den Namen vom Grabmal der Caecilia Metella, seinemKern und Mittelpunkt. Das herrliche Mausoleum der Tochterdes Metellus Creticus, der Gemahlin des Crassus, hieß schon imgrauesten Mittelalter von den Stierschädeln auf seinem GesimsCapo di Bove. Wie die Grabmäler des Augustus und des Ha-drian , sowie der der Plautier an der lucanischen Aniobrücke,mochte es schon längst in einen Baronalturm verwandelt ge-wesen sein. Die Verödung der appischen Straße ließ es in Ver-gessenheit fallen, bis der „Krieg der Colonna“ den Papst Bonifa-tius VIII. veranlaßte, es seinem Neffen zu übergeben. Der GrafPetrus legte dort ein Kastell an, um von hier aus die Bewegun-gen der Colonna zu überwachen, mochten sie aus ihren Cam-pagnaschlössern auf der lateinischen oder appischen Straßeheranziehen. Die Reste dieser bald darauf durch die Savellierweiterten Festung, welcher die Nähe der Ruinen des Circusdes Maxentius Stärke gab, selbst die des alten Baronalpalastesund eines dort im 14. Jahrhundert entstandenen ummauertenBurgfleckens nebst einer Kirche gotischen Stils, stehen nochheute aufrecht. Man sieht dort die Wappenschilder des HausesGaetani. Das Material dieser Bauwerke ist der Tuff von Albano.