Äußerer Zustand der Stadt
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Kapitel II.
Äußerer Zustand der Stadt.
i.
in Bild von der äußeren Gestalt der Stadt zu geben,ist nun für das u. Jahrhundert besonders nahe-liegend, ist aber auch besonders schwierig.
Die Veränderungen der Stadt seit dem 4. Jahr-hundert, für welches wir (siehe Buch XIII, Kapitel II, S. 514 ff)ein einigermaßen vollkommenes Bild besitzen, waren ungeheuergroß.
Die vielen Zerstörungen, durch Überschwemmung undErdbeben, Krieg und Brandschatzung, in der Zeit von 410 (Ala-rich) bis auf Robert Guiscard (1084), sind nur zu einem geringenTeil im einzelnen historisch überliefert. Ebensowenig sind wirgenauer unterrichtet über die fast unaufhörlich erfolgte Neu-gestaltung der Stadt durch Umbau, Neubauten und Ansiedlung.Selbst über die Entwickelung der Adelsburgen, sowie der zahl-reichen Klosterbauten, der Hospitäler und Kirchen, über denUmbau der Befestigungen, sind wir unzureichend unterrichtet.Dabei wissen wir, daß die Einwohnerschaft der Stadt in jenerZeit immerfort vermehrt worden ist, indem aus ganz Italien ,aus dem Orient, aus Germanien und Francien, aus Sizilien undaus Afrika Handels- und Gewerbetreibende, Abenteurer undMönche, Kleriker und Soldaten, dem Zug nach Rom folgten.
Das Anwachsen der Scholen, sowohl der nationalen Scholen als der Innungsscholen, scheint in der Zeit des 10. und 11. Jahr-hunderts bedeutend gewesen zu sein.
Handschriften aus jener Zeit, mit Mitteilungen über dieBauwerke sowie über andere Sehenswürdigkeiten der Stadt,sind in nicht geringer Zahl entstanden. Aber sie sind meistensverloren gegangen.
Es handelt sich hauptsächlich um Notizen von Pilgernund für Pilger, Franken oder Deutsche, bei denen seit Alcuin