Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Die Stadt Rom 1009 bis 1099

öfen, zum Bau von Burgpalästen und von ärmlichen Häusernzu dienen.

II.

"Wenn wir die Nachrichten der Graphia und der Mirabilienunter der kritischen Kontrolle der neueren Forschung zusammen-fassen, so können wir folgende Schilderungen aus der neuerenLiteratur, welche sich auf den Zeitraum von etwa 950 bis 1150beziehen, als zutreffend betrachten.

Die Menge der Bevölkerung dehnte sich über die Hügelzwischen Burgen und Palästen der Vornehmen aus.

Das Marsfeld im engeren Sinn war mit Riesentrümmernbedeckt, zwischen denen Säulen und Triumphbogen aufrechtstanden und sich Kirchen und Klöster erhoben. Rings herumwar die Fläche meist in Gärten und Vignen umgewandelt.

Die Leostadt war nach wie vor das Fremdenviertel, eineStadt für sich, und nicht in die zwölf Regionen eingeschlossen,in welche das eigentliche Rom sich teilte.

Einige der antiken Paläste, welche den GeschlechternCethegus, Maximus, Gracchus, Anicius gehört hatten, scheinensich noch im 10. Jahrhundert erhalten zu haben, wenn auchdurch Verfall und Verwandlung unkenntlich geworden. Andereburgartige Paläste waren neu entstanden, immer auf den Funda-menten antiker Gebäude.

Wenn es uns vergönnt wäre, die Paläste der Marozia aufdem Aventin, Alberichs bei S. Apostoli, die Wohnungen derBaruncii, der Cencii und der Crescentier in der Nähe des Pan-theon, oder die Kaiserburg Ottos III. am Aventin zu sehen, sowürden wir Gebäude aus Ziegelmauern vor uns haben, sowunderlich mit alten Consolen und Friesen verziert, und vonBogenfenstern mit ihren kleinen Säulen durchbrochen, wie esnoch die Bauweise an der sogenannten Casa di Crescentio zeigt,dem ältesten Privatgebäude aus dem Mittelalter, welches heutein Rom bekannt ist. Antike Denkmäler liehen den schönsten