Der Verlauf des 11. Jahrhunderts
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ein anderes antikes Grabmal in Pyramidenform, etwa dort, woheute S. Maria dei Miracoli steht. Man nannte es die Meta.
Das Stadium des Domitian lag in Trümmern; der Anony-mus von Einsiedeln nannte es falsch „Circus Agonalis “. Indemman diese Gegend „in Agona“ benannte, entstand daraus„’n Agona“, endlich Navona.
Uber die Bauart der besseren Bürgerhäuser wird bemerkt:„Wie oft noch heute hatte jedes römische Haus eine freie Stein-treppe; Türen und Fenster hatten römische Bogenform; dieGesimse waren mit scharfen Ziegelkanten markiert; die Dächerhäufig mit Schindeln gedeckt; die Mauern aus gebranntemStein, und wohl nicht übertüncht. Die Häuser hatten in derRegel einen Söller, woher wir so oft dem Ausdruck casa solo-rata begegnen. Vorhallen, die man in ganz Italien mit demdeutschen Wort Laubia nannte, auf Pfeilern oder antiken Säulenruhend, waren allgemein, und erhielten sich lange in Rom “.
Kapitel III.
Der Verlauf des elften Jahrhunderts.
i.
ndem wir nunmehr die Geschichte der Jahre 1009bis 1099, einem der Zeitfolge entsprechenden Über-blick unterwerfen, verfolgen wir das Bemühen, dieGrundzüge der Entwickelung zu klarer Erkenntniszu bringen, unter Beschränkung des Stoffes auf das zu jenerErkenntnis erforderliche Maß.
Wir erinnern uns, daß im Jahre 1012, nach dem Tode desPapstes Sergius IV. (Petrus genannt Boccadiporco), der demTusculanergeschlecht angehörende Papst Benedikt VIII . denThron bestieg (1012—1024). Damit war das bis dahin herr-schende Geschlecht der Crescentier durch die Sippe der Tuscu-laner abgelöst, welche ihre mit beispiellosem Nepotismus geübteHerrschaft bis zum Jahre 1046 festhielten.