er ihn im Gefolge des Abtes gesehen hatte, mit nach Rom ge-nommen, und ihn zum Subdiakon, dann zum Oeconomus derrömischen Kirche gemacht. Dieser wurde sein Ratgeber undstand ihm mit seiner Klugheit, seiner Entschlossenheit und seinerTreue in beispielloser Hingebung zur Seite.
Auf seinen Rat hielt der Papst bald nach seiner Thron-besteigung in der Woche nach Ostern (den 2 6 . März) ein Conzil,worin er den Handel mit kirchlichen Würden und Sachen, so-wie die Ehe kirchlicher Personen bei Strafe der Exkommuni-kation verdammte. In letzterer Beziehung wurde beschlossen,daß die Konkubinen und Frauen der Geistlichen in die Hörig-keit des päpstlichen Fiskus verfallen sollten.
Die verehelichten Geistlichen Roms und der Diözese wur-den ohne weiteres abgesetzt und andere an ihrer Stelle erwählt;so widerfuhr es namentlich dem Kardinalbischof von Silvacan-dida und dem Bischof von Sutri.
Auf einem anderen Conzil im folgenden Jahre wurde derBeschluß gegen die Priesterehe erneuert, und diejenigen, welchesich nicht fügen wollten, sowohl in Rom als auch in dem be-nachbarten Tuscien besonders durch die Bemühungen der Mön-che abgesetzt.
Allenthalben, wo es die Angelegenheiten der Kirche for-derten, suchte Leo durch seine eigene Gegenwart zu wirken;er hielt 4 Mal in Rom, 2 Mal in Mainz, in Vercelli, Augsburg, in Mantua und in Bamberg, in Reims und in Pavia Kirchen-versammlungen.
Von Rom war er meist abwesend. Er scheint sich um diestädtischen Angelegenheiten Roms und überhaupt um die welt-liche Verwaltung, einschließlich des Finanzwesens wenig ge-kümmert zu haben. Leo starb am 19. April 1054.
In dem letzten Jahr seines Lebens unternahm Leo nocheinen Heereszug gegen die Normannen, welcher einen über-raschenden Verlauf nahm und welcher durch weittragende po-litische Folgen höchst denkwürdig wurde.