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übet denn rasch an besagtem Heinrich euer Urteil, daß alle wis-sen, daß er nicht zufällig fallen wird, sondern durch eure Macht“.
Am 2. Juni 1083 drang Heinrich nach siebenmonatlicherBelagerung der Leostadt, in S. Peter ein und zwang Gregor, indie Engelsburg zu flüchten. Der König zog mit dem Gegen-papst Clemens III. in den Lateran ein und wurde am 31. März1084, nebst seiner Gemahlin Berta, in St. Peter gekrönt. Zu-gleich übertrugen die Römer dem neuen Kaiser die patrizischeGewalt („rex patricius Romanorum“).
Gregor hielt in der Engelsburg mit einer kleinen Schar ent-schlossener Männer stand. Heinrich aber wurde durch das Ge-schlecht der Corsi und Pierleoni sowie den Neffen des Papstes,Rusticus, welche den Coelius und den Palatin sowie die Tiber-insel besetzt hielten, derart bedroht, daß er sich entschloß, ausRom abzuziehen. Er zerstörte die Türme auf dem Capitol unddie Mauern der Leonina. Am 31. Mai zog er mit Clemens III. fauf der flaminischen Straße ab.
Gregor hatte inzwischen durch Boten den Normannen-fürsten Robert Guiscard um schleunigen Entsatz angefleht. Am24. Mai traf Guiscard vor Rom ein, mit 32 000 Sarazenen undNormannen. Das Tiburtinische Tor wurde erstiegen, das Flami-nische Tor erbrochen, die Stadt besetzt und in Brand gesteckt.Die Bevölkerung wurde niedergemetzelt. Vom Marsfeld biszum Lateran und auf dem Aventin wurde alles durch das Feuervernichtet.
Der Normanne Guiscard hatte Gregor VII. befreit und fürihn fast die ganze Stadt Rom in eine furchtbare Brandstätteverwandelt.
Der Papst verließ Rom mit Guiscard und starb'bald daraufzu Salerno bei den Normannen. „Weil ich die Gerechtigkeitgeliebt und die Ungerechtigkeit gehaßt habe, darum sterbe ichin der Verbannung“.