Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1143 bis 1188

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als Hadrian IV. , den päpstlichen Stuhl (11541159)- Derselbehatte mit den Römern von Anfang an heftige Feindseligkeiten,weil dieselben sich der Oberhoheit der römischen Kirche wider-setzten. Als der Kardinal Guido Cibo, von S. Pudenziana , aufseinem Wege zum Papste angegriffen und gefährlich verwundetwurde, legte der Papst das Interdikt auf Rom .

Jeder Gottesdienst war aufgehoben, keine Glocke wurdegehört, keine Messe wurde gelesen, kein Sakrament gereicht,außer Taufe und Sterbekommunion, und auch diese unter er-schreckenden Formen. Tote wurden nicht mehr in geweihterErde bestattet, und auf dem Kirchhof segnete man die Ehenein.

Der Papst hob am Mittwoch der Karwoche, 23. März 1155den Bann auf, feierte das Osterfest im Lateran, und ging dannnach Viterbo .

Dort hörte er, daß der deutsche König mit Heeresmachtnach Italien gekommen sei und auf Viterbo rücke *).

Papst und Kaiser kamen in Viterbo zusammen. Es wurdedort eine vorläufige Übereinkunft getroffen, worin der Kaiserversprach, weder dem Papste noch den Cardinälen an Leib,Leben oder Gut irgend Gewalt anzutun.

So gesichert zog der Papst nach Nepi, der Kaiser zog nachSutri , wo er an einem Orte, welcher das fette Feld (Campograsso) genannt wird, Lager aufschlug. Hier wollten Papst undKaiser eine feierliche Zusammenkunft halten. Als der Papstsich näherte und der König das übliche Zeremoniell unterließ,wonach die römischen Könige und Kaiser dem Papste den Steig-bügel halten und das Pferd führen mußten, flüchteten sich dieCardinäle nach Civita Castellana und ließen den Papst in demdeutschen Lager. Hadrian weigerte sich, wegen der Nichtachtungdes päpstlichen Ansehens, dem Könige den Friedenskuß zu ge-ben, bis Friedrich, belehrt, daß seine Vorgänger dem NachfolgerPetri gleiche Ehre erwiesen hatten, bei einer neuen Zusammen-kunft in der Nähe des kleinen Sees von Monte Rosi, welcher

*) S. oben Seite 822.