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damals Janula hieß, und wo am zweitfolgenden Tage das deut-sche Lager sich befand, dem Papste während einer kurzen Zeit(quantum jactus est lapidis) das Pferd führte und dann den Frie-denskuß empfing.
Zu gleicher Zeit trafen von Rom unter sicherem GeleiteGesandte ein, welche den König im Namen ihrer Stadt also an-redeten: „Als Gesandte der Stadt sind wir, nicht die Unbedeu-tendsten darin, bester König, vom Senate und Volke zu Dir ge-schickt. Vernimm mit heiterem Sinne und schenke geneigtesGehör dem, was Dir die Herrscherin des Erdreichs, die StadtRom, deren Fürst, Kaiser und Herr Du mit Hilfe Gottes baldsein wirst, verkündet. Wenn Du als ein Friedensrichter kommstoder vielmehr, weil, wie ich glaube, Du als solcher kommst,freue ich mich. Du trachtest nach der Herrschaft über denErdkreis, und siehe, ich stehe gern auf, Dir die Krone zu reichen,ja ich trage sie Dir selbst freudig entgegen. Warum sollte dernicht als Friedensstifter kommen, welcher ein Volk besucht, das,um das unverdiente Joch der Geistlichkeit abzuschütteln, seineAnkunft lange und mit Sehnsucht erwartet hat. Nun mögen,das hoffe ich, die alten Zeiten, nun mögen, das flehe ich, dieVorrechte der erlauchten Stadt zurückkehren.“
Sodann wurde vom König gefordert, er möge Bürgschaftender Erhaltung der guten Gewohnheiten, der alten Gesetze, ge-währen, 5000 Pfd. den Beamten geben, welche ihn auf demKapitol ausrufen würden, und die Verteidigung der Republik ,die Aufrechterhaltung dieser Versprechen mit körperlichemEide bekräftigen.
Darauf wählte Friedrich 1000 Ritter aus, welche in der-selben Nacht nach Rom gelangten und mit Tagesanbruch SPeter und die Leostadt bis zur Engelsburg besetzten.
Am 18. Juni zog der Papst nach S. Peter, wo er den Königerwartete. Friedrich zog mit seiner glänzenden und gewaltigenRitterschar in die Stadt Rom , wurde dort gekrönt und zogdann in sein Lager zurück.
Die Römer waren während der Krönungsfeierlichkeit aufdem Kapitol versammelt. Doch wagten sie keinen Angriff, da