Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1143 bis 1188

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die Deutschen nach der Engelsburg hin sorgfältig Wachen aus-gestellt hatten. Gegen z oder 3 Uhr nachmittags, nach beendig-ter Krönung, hatten sich die deutschen Wachen meist in dasLager begeben, um dort in ihren Zelten des Essens und der Ruhezu pflegen.

Da drangen die Römer über die Engelsbrücke und durchdas Tor der Engelsburg in die Leostadt. Gleiches geschah nachder anderen Seite von Trastevere aus. Das Gepäck wurde so-gleich geplündert, die Leute niedergemacht oder nach dem deut-schen Lager gejagt; und fast hätte man den Papst mit den Kar-dinälen gefangen genommen. Sobald die Nachricht von demAngriffe im Lager eintraf, ließ Friedrich seine Leute waffnenund gegen die angreifenden Römer den Gegenangriff eröffnen.Auf der einen Seite wurde um das Tor der Engelsburg ge-kämpft, jedoch ohne daß die Besatzung der Engelsburg daranTeil nahm, zum großen Vorteile der Deutschen. Auf deranderen Seite war der Kampfplatz bei dem großen Wasserbehäl-ter (piscina), welcher daselbst von den Naumachien übrig war.Der Kampf dauerte bis in die Nacht, und gegen 1000 Römerkamen teils durch das Schwert der Deutschen, teils auf derFlucht im Flusse um. Gegen 200 wurden gefangen. Die Deut-schen hatten nur wenig Mannschaft verloren. Vor allem hattesich Herzog Heinrich der Löwe ausgezeichnet, dem der Papstgroße Gnadenbezeigungen erteilte.

VIII.

Hadrian IV. und Friedrich I., der Papst mit seinen Kardi-nälen, der Kaiser mit seinem Ritterheer begaben sich unmittel-bar nach der Krönungsschlacht vom 18. Juni 1153 hinweg ausder zur äußersten Rachsucht aufgepeitschten Stadt.

Nach vorsichtigem Plane ging der Zug auf dem rechtenTiberufer hinauf, bald aber vom Ufer abbiegend nach dem So-racte, an diesem nördlich vorbei, zum Tiber zurückbiegend,diesen zwischen Borghetto und Magliano überschreitend, sodannnach Tivoli, und von hier gegen Tusculum hin nach Albano.

Neomario, Oeschichte der Stadt Rom II.

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