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Von hier aus wollte der Kaiser Rom einschließen und be-zwingen. Aber Krankheiten, welche im Heer ausbrachen, unddas stürmische Verlangen des Heeres, nötigten den Kaiser, dieseAbsicht aufzugeben und nach Deutschland zurückzukehren.
In Tivoli hatte sich der Kaiser vom Papste getrennt, demer auf sein Bitten die gefangenen Römer übergab, welche vomPräfekten der Stadt gerichtet wurden.
"Wann und wie der Papst nach Rom zurückkehrte, wissenwir nicht. Wir wissen nur, daß es seinen Bemühungen gelang,die Römer derart zu beruhigen, daß er im Juni iij 7 wieder imLateran wohnen konnte.
Das Verhältnis des Papstes zum Kaiser verschlechterte sichbald infolge neuer Streitigkeiten über die alten Streitfragenund über neue Streitfragen, welche der Papst jetzt in festerForm und in einer seinen Vorrang verstärkenden Weise, fest-gelegt zu wissen wünschte.
Bevor es zu entscheidenden Verhandlungen kam, starbHadrian IV. am 1. September 1159 zu Anagni.
Unmittelbar vor dem Tod des Papstes hatte der Kaiser aufBitten der Römer eine Gesandtschaft nach Rom geschickt,nachdem die Römer ihrerseits ihm durch eine Gesandtschaftihre Ehrfurcht und ihren Gehorsam versichert und ihn umEinsetzung eines kaiserlichen Präfekten in Rom gebeten hatten,welchen sie als Stütze ihrer Ansprüche und Rechte gegen denPapst dringend wünschten. Die kaiserliche Gesandtschaft wurdegeführt durch den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach, welchemGuido, Graf von Blandrate, beigegeben war.
IX.
Unter stürmischen und teilweise gewalttätigen Verhand-lungen, welche am 1. September 1159 von den im S. Peter ver-sammelten Kardinälen begonnen wurden, und bei welchen auchdie kaiserlichen Gesandten Otto von Wittelsbach und Guido vonBlandrate anwesend waren und Partei nahmen, vollzog sichdie Wahl für die Nachfolgerschaft Hadrians IV.