Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von 1216 bis 1J241

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Willens nicht unähnlich. Er hatte unter Honorius III. an allengroßen kirchlichen und politischen Begebenheiten tätigen An-teil gehabt. Insbesondere waren alle Verhandlungen mit demKaiser Friedrich und den italienischen Staaten vorwiegend durchihn geführt worden.

Gregor war von Anfang seiner Regierung an entschlossen,rücksichtslose Politik zu üben, und vor keinem Kampf zurück-zuschrecken, um alle Feinde der päpstlichen Macht zu besiegen.

Gleich im ersten Jahr seines Pontifikates trat er sowohldem Kaiser, als der römischen Stadtrepublik und den Adels-geschlechtern derart entgegen, daß er nach allen Seiten zunächstnur Feindschaft erzeugte und Kraftproben provozierte.

Den Kaiser tat er in den Bann, weil derselbe mit dem vonihm gelobten Kreuzzug säumte.

Gegen den Senat nahm er Partei, indem er gegen ihn dieStadt Viterbo begünstigte. Gegen die Adligen, welche seinePolitik zu hintertreiben versuchten, ging er mit Zerstörungeiner Anzahl von Burgen vor.

Den zweiten Ostertag feierte der Papst in der Peterskirche.Dabei sprach er von neuem den Bann über den Kaiser aus.

Das Volk, welches glaubte, der Papst wolle sich nachheraus der Stadt flüchten, überhäufte den Papst mit Schmähungenund Drohungen und konnte nur mit großer Mühe einigermaßenzur Ruhe gebracht werden.

Der Papst verließ deswegen im folgenden Jahr Rom , begabsich nach Rieti und später von da nach Perugia , wo er Residenznahm.

Im Februar 1230, als eine große Überschwemmung desTiber alle Häuser bei St. Peter und Paul unter Wasser setzte,Menschen und Vieh starben, und ein großer Teil der Nahrungs-mittel vernichtet wurde, beschlossen die Römer, aus Furcht vordem Gerichte Gottes, sich wieder mit der Kirche auszusöhnen.Sie baten den Papst, zu ihnen zurückzukehren und nahmen ihndann mit großer Freude auf (gegen Ende Februar 1230).