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Von 1216 bis 1241
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V.
Am i. Juni 1231 erschütterte ein Erdbeben Rom und dieGegend südlich bis nach Capua hin. Viele Gebäude, darunterdas römische Colosseum, wurden beschädigt.
An demselben Tage siedelte der Papst nach Rieti um. Vondort ging er später nach Anagni .
Im März 1233 kam der Senator, in Begleitung anderer vor-nehmer Römer nach Anagni , um Gregor zur Rückkehr nachRom zu bewegen. Der Papst nahm an, und zog unter großemJubel des Volkes in die Stadt.
Aber zu Anfang des Jahres 1234 brach eine Empö-rung des römischen Volkes aus, an deren Spitze der SenatorLucas Savelli stand. Dieser stellte die übermütigsten Forde-rungen, welche das Ziel hatten, die Stadt vom Papste völligunabhängig zu machen. Die Römer verlangten, daß der Papstsie nicht mit dem Banne belegen dürfe, daß es dem Volke zu-stehe, seinen Senator frei zu wählen, daß der so Gewählte dasRecht habe, Münzen zu schlagen und von den Backöfen undWeiden Abgaben zu erheben. In Rom selbst sollten die Kirchender Stadt Abgaben zahlen und die Geistlichkeit, sowie die Leutedes Papstes, dem weltlichen, städtischen, Gerichte unterworfensein. Endlich sollte das Weichbild der Stadt über das ganzePatrimonium Petri ausgedehnt werden.
Die Antwort des Papstes bestand darin, daß er mit seinenKardinälen aus der Stadt wieder nach Rieti übersiedelte. DieRömer plünderten jetzt den lateranischen Palast und die Woh-nungen der Kardinäle. Dann gingen ihre Beamten nach Tus-cien und in die Sabina, um von den Lehnsträgern der Kircheden Unterwerfungseid und Geldbeträge einzufordern.
Der Papst unternahm gegenüber diesen alles Dageweseneübersteigenden Gewalttaten „der Römer“ (so hieß die organi-sierte Stadtrepublik in dieser Zeitlage) einen groß angelegtenmilitärischen Feldzug.