Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Die Stadt Rom 1241 bis 1305

brien siegreich. Marinus von Eboli hatte den Kardinal RainerCapocci und die guelfische Liga der Peruginer und Assisinatenbesiegt. Camerino kehrte unter das kaiserliche Regiment zu-rück. Pisa und Siena kämpften für Friedrich wider die guel-fischen Städte.

Friedrich II. wurde Herr in ganz Toscana.

IV.

Die Stadt Rom blieb sich selbst überlassen. Wir kennenihre Zustände während der Abwesenheit des Papstes nicht.Selbst die Namen der damals regierenden Senatoren sind un-gewiß. Daß aber hier die guelfische Partei noch die herrschendewar, zeigt der Brief eines (unbekannten) Senators, welcher denPapst dringend zur Rückkehr aus Lyon einlud. In diesemSchreiben wird Rom , das Haupt der Welt, hauptlos ohne seinenHirten genannt, und als trauernde Witwe dargestellt.

Die lange Abwesenheit Innocenz IV. hatte in den Römernden Argwohn erregt, daß der Papst in Frankreich bleiben unddann, wie der unbekannte Senator schreibt, Rom ,die Augen-braue der Welt, das Tribunal der Gerechtigkeit, der Sitz derHeiligkeit, der Thron des Ruhms, um seine Ehre und die jetzteinzige Quelle des Wohlstandes würde gebracht werden.

Der Papst aber suchte seine Partei in Rom zu verstärken,indem er wiederum Anhänger des Kaisers auf seine Seite zog.Die Frangipani, bisher die Häupter der Ghibellinen, gewann erdurch die Anerkennung ihrer Rechte auf das Fürstentum Tarent ,welches einst die Kaiserin Constanza dem Otto Frangipane zu-gesagt haben sollte, Friedrich II. aber seinem Sohne Manfredgegeben hatte. Innocenz verlieh es dem Pfalzgrafen HeinrichFrangipane, und gab demselben zugleich die Einkünfte des Ju-dikats Arborea in Sardinien . So fiel jenes römische Geschlechtvon den Hohenstaufen ab.

Der Kaiser bedrängte Rom nicht mehr. Er bemühte sich,den Römern zu zeigen, daß er mit dem Papst in Lyon, nichtmit ihnen Krieg führe.