Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Von 1241 bis 1260

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Friedrich II. erlag einer kurzen Krankheit am 19. Dezem-ber 1250 in seinem Schloß zu Fiorentino bei Luceria.

Nach seiner Kaiserkrönung (1220) war Friedrich II. in derStadt Rom niemals wieder gewesen.

V.

Es scheint in der Tat, daß der Papst in Lyon die Absichtaufgegeben hatte, nach Rom zurückzukehren. Indessen am19. April 12 j 1 brach er von Lyon auf, nachdem er dort zu-nächst mit Wilhelm von Holland , dem neuen Gegenkönig(12471256) das Osterfest gefeiert hatte. Er zog zunächst nachMailand und Genua, dann nach Bologna und Perugia , von dortnach Assisi. Hier schien er verweilen zu wollen.

Die Römer indessen drangen auf seine Rückkehr nachRom .

Sie hatten zuerst der Stadtgemeinde Perugia , ihrer Schutz-verwandtin, geboten, den Papst nicht länger bei sich zu behal-ten. Hierauf hatten sie den Bürgern Assisis gedroht, den Papstmit einem Heere aus ihren Mauern herauszuholen. Er solle, soschrieben sie, jetzt kommen, oder niemals.

Dann schickten sie Gesandte an den Papst, welche zu ihmsprachen:Wir wundern uns sehr, daß Du wie ein Landstreicherbald hier bald dort umherziehst, Rom , den Sitz der Apostel,verlässest, Deine Herde, von der Du einst Gott Rechenschaftablegen sollst, den Wölfen preisgibst, und an nichts als an Geld-gewinn denkst. Der Papst gehört nicht nach Anagni oder Ly-on, nicht nach Perugia oder Assisi, sondern nach Rom .

Es war Brancaleone von Andalö, der damalige SenatorRoms , welcher dem Papst diese Sprache bot.

Innocenz kam, so berichtet der Chronist, voll Furcht undZagen nach Rom . Die Römer empfingen den Papst kühl. An-stelle des üblichen Volksjubels gab es Veranstaltungen des Se-nats.

Brancaleone begrüßte den Papst vor der Stadt und geleiteteihn zum Lateran, doch von einem triumphartigen Empfange,wie in Mailand und anderen Städten, war nicht die Rede.